Gefahr durch MähroboterHunde retten Igel - Artenschutz auf vier Pfoten

von Rogatus Skanta

In Alpen (Kreis Wesel) werden erstmals in Nordrhein-Westfalen sogenannte Igel-Suchhunde ausgebildet. Ziel ist es, die Tiere vor Mäharbeiten zu schützen: Die Hunde sollen Wiesen und Grundstücke vorab absuchen, damit die stacheligen Säugetiere rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden können. Hundetrainerin Maureen Radszuweit bildet aktuell mehrere Tiere aus und legt besonderen Wert darauf, dass die Hunde die Igel lediglich anzeigen – ohne sie zu berühren oder aufzuschrecken.

Training mit Duftproben

Die Ausbildung dauert etwa sechs Monate und kostet rund 550 Euro. Trainiert wird nicht mit echten Igeln, sondern mit Duftproben aus Auffangstationen. So lernen die Hunde, den Geruch zuverlässig zu erkennen. Wichtig ist dabei eine präzise Anzeige mit Abstand zum Igel, damit sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen. Künftig können Landwirte, Städte oder Grundstücksbesitzer die Suchteams vor Mäharbeiten online buchen. Ob und wie die Einsätze vergütet werden, entscheiden die Teams selbst.

Igel zunehmend gefährdet

Mit dem Einsatz der Suchhunde wird auf ein wachsendes Problem reagiert: Igel gelten inzwischen als „potenziell gefährdet“, ihre Bestände gehen auch in NRW zurück. Ursachen sind vor allem Lebensraumverlust und Gefahren durch den Menschen – etwa durch Mäharbeiten oder Mähroboter. Immer wieder werden Tiere schwer verletzt oder getötet. Auffangstationen wie in Krefeld sind überlastet und fordern zusätzlich ein landesweites nächtliches Mähverbot. Ab Herbst könnten die ersten ausgebildeten Hunde im Einsatz sein – als neue Unterstützung für den Artenschutz am Boden.