Mehr Cyberangriffe auf VerwaltungenHacker legen Rathäuser lahm - NRW besonders stark betroffen

von Stefan Efferth

Keine Mails, keine Termine und teilweise keine Behördengänge: Cyberangriffe können ganze Stadtverwaltungen lahmlegen. Anfang des Jahres traf es die Stadt Heinsberg. Solche Attacken nehmen bundesweit zu – und NRW ist besonders stark betroffen.

Cyberangriff legt Verwaltung in Heinsberg lahm

Anfang des Jahres ging bei der Stadt Heinsberg tagelang kaum noch etwas. Nach einem Cyberangriff waren unter anderem Schulen, der Bauhof und das Bürgerbüro betroffen. Die Stadt schaltete Polizei, Staatsanwaltschaft und externe Experten ein. Inzwischen konnte die Serverlandschaft nach Angaben der Stadt wieder vollständig hergestellt werden. Von den Tätern fehlt laut Staatsanwaltschaft allerdings weiterhin jede Spur.

Mehr als 1.000 Angriffe innerhalb eines Jahres

Heinsberg ist kein Einzelfall. Angriffe auf die digitale Infrastruktur von Behörden, Verwaltungen, Kommunen und Unternehmen sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach im Frühjahr von mehr als 1.000 Fällen und bezeichnete Deutschland als eines der drei weltweit am stärksten betroffenen Länder. Unter den Bundesländern trifft es NRW besonders häufig. IT-Experte Manuel Atug kritisiert, dass Kommunen noch immer nicht genug in ihre Cybersicherheit investieren.

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Experte warnt vor weiteren Angriffen

Viele Städte und Gemeinden setzen bei ihrer IT auf gemeinsame kommunale Dienstleister. Das kann Ressourcen bündeln, birgt laut Atug aber auch Risiken: Ein erfolgreicher Angriff könnte im schlimmsten Fall mehrere Kommunen gleichzeitig treffen. Entscheidend sei deshalb, dass die Verwaltungen selbst Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen. Der Experte warnt eindringlich vor den Folgen fehlender Vorsorge. Ohne ausreichenden Schutz sei nicht die Frage, ob Verwaltungen angegriffen würden, sondern wie häufig und wie groß der Schaden ausfalle.