Bohnen mit Speck als Tatwaffe?Gift im Lieblingsessen? Prozess um versuchten Mord in Wuppertal

von Marc Sommer und Valerio Magno

Es klingt ein bisschen wie aus einem Krimi: Weil sich ein Mann von seiner Frau scheiden lassen will, soll sie versucht haben, ihn zu vergiften - mit seinem Lieblingsessen. Der 56-Jährige überlebte nur knapp. Am Mittwoch (08.07.) begann vor dem Landgericht in Wuppertal der Prozess gegen die Angeklagte und eine mutmaßliche Komplizin.

Anklage: Tat aus Eifersucht und Habgier

Vor dem Landgericht Wuppertal muss sich eine Frau wegen versuchten Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten Silke F. vor, ihren Ehemann Detlef F. aus Velbert mit dem hochgiftigen Blauen Eisenhut vergiftet zu haben. Als Motiv nennt die Anklage Eifersucht und finanzielle Interessen. Die Frau soll an einer möglichen Hinterbliebenenrente interessiert gewesen sein. Außerdem wollte sie wohl ihren bisherigen Lebensstandard sichern.

Gift in Essen und Bier gemischt

Das Ehepaar war fast 20 Jahre zusammen. Als Detlef F. eine andere Frau kennenlernte und die Scheidung wollte, soll die Angeklagte laut Staatsanwaltschaft begonnen haben, ihm Pflanzenteile des Blauen Eisenhuts in Speisen und Getränke zu mischen. Besonders brisant: Ausgerechnet sein Lieblingsgericht – Bohnen mit Speck – soll dabei eine Rolle gespielt haben. Insgesamt soll sie innerhalb von nur drei Wochen sieben Vergiftungsversuche unternommen haben.

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Opfer überlebt schwere Vergiftung

Im November vergangenen Jahres kam der damals 56-Jährige mit einer lebensgefährlichen Vergiftung ins Krankenhaus. Er musste zeitweise ins künstliche Koma versetzt werden und überlebte nur knapp. Experten fanden später im Mageninhalt Spuren des Blauen Eisenhuts – einer der giftigsten Pflanzen Europas. Eine Mordkommission wurde eingerichtet.

Ermittlungen belasten Angeklagte

Neben den toxikologischen Gutachten sollen auch Auswertungen des Handys der Angeklagten den Verdacht erhärten. Zudem wirft die Staatsanwaltschaft einer Freundin von Silke F. vor, sie bei ihrem Plan unterstützt zu haben. Beide müssen sich deshalb wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes verantworten. Ende Juli soll das mutmaßliche Opfer Detlef F. vor Gericht aussagen. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für die Angeklagten die Unschuldsvermutung.