Weiter Waldbrand an der deutsch-belgischen GrenzeFeuer im Hohen Venn noch nicht unter Kontrolle – Sorge in Monschau bleibt

von Patricia Brinkmann

Der Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien beschäftigt die Einsatzkräfte weiter. Zwar haben sich die Flammen nicht weiter ausgebreitet, unter Kontrolle ist das Feuer aber noch nicht. Besonders tückisch sind Glutnester im torfhaltigen Boden. Nur knapp zwei Kilometer trennen den Brand von der deutschen Grenze. In Monschau bleibt die Sorge deshalb groß.

Landwirte helfen beim Kampf gegen die Flammen

Einsatzkräfte und Menschen aus der Region arbeiten Hand in Hand, um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Einer von ihnen ist Landwirt Wolfgang Scheffen. Sein Hof mit Rindern liegt ganz in der Nähe der belgischen Grenze. Trotz des Regens macht er sich große Sorgen um seinen Betrieb. Aktuell hilft er dabei, Flächen im Hohen Venn zu bewässern. „Es geht um alles, um unsere Existenz. Unser Betrieb ist in Gefahr. Wenn unsere Höfe abbrennen, stehen wir da“, sagt Scheffen.

Torfboden macht Löscharbeiten besonders schwierig

Seit Freitag brennt es im belgischen Teil des Naturparks. Betroffen ist inzwischen eine Fläche, die mehr als 4.000 Fußballfeldern entspricht. Eine besondere Herausforderung ist die Beschaffenheit des Hohen Venns. Das Hochmoor besteht zu großen Teilen aus Torf. Dadurch kann sich das Feuer nicht nur an der Oberfläche ausbreiten, sondern auch in den Boden eindringen. Dort können Glutnester entstehen und unterirdisch weiterwandern. Einige Meter entfernt kann das Feuer anschließend plötzlich wieder an die Oberfläche treten. Hinzu kommt das schwierige Gelände. „Dieser Einsatz hier, natürlich mit Blick auf die Topografie hier im Hohen Venn, verlangt unseren Einsatzkräften alles ab“, sagt Tobias Schell von der Feuerwehr Monschau. Auch das Material werde stark beansprucht. Drei Einsatzfahrzeuge sind bereits verunglückt. Sie kippten auf aufgeweichten Wegen um. Einsatzkräfte wurden dabei nach Angaben der Feuerwehr nicht verletzt.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Bewohner können noch nicht nach Hause

Das Feuer befindet sich weiterhin knapp zwei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Lage ist nach Angaben der Einsatzkräfte derzeit statisch. Entwarnung gibt es trotzdem noch nicht. Teile des Monschauer Ortsteils Kalterherberg wurden am Sonntag vorsorglich evakuiert. Die betroffenen Bewohner dürfen bislang nicht in ihre Häuser zurückkehren. Andere Menschen hatten ihre Häuser aus Sorge vor dem näher rückenden Feuer freiwillig verlassen. Christa Janßen verbrachte die Zeit bei ihrer Tochter. Die Situation weckte bei ihr Erinnerungen an ihre Kindheit: „Die nötigsten Papiere haben wir eingepackt in der Nacht.“ Als Kind habe sie bereits eine Evakuierung während des Krieges erlebt und noch vor Augen, wie ihre Mutter damals hastig die wichtigsten Dinge zusammenpackte.

Brandschneisen sollen Deutschland schützen

Der Regen hilft zwar beim Kampf gegen die Flammen, sorgt derzeit aber auch für eine stärkere Rauchentwicklung. Warn-Apps zeigen, dass der Brandgeruch mehr als 100 Kilometer entfernt noch wahrnehmbar ist. Die Einsatzkräfte arbeiten unterdessen weiter daran, ein Übergreifen des Feuers auf die deutsche Seite zu verhindern. Dazu werden Brandschneisen angelegt. Vorerst hat die Feuerwehr noch eine Menge Arbeit vor sich.