„Prinzessin“ vom Heynckeshof in NiederkrüchtenEsel wird zum Sportler – stur? Von wegen!
Viele halten Esel für gemütliche und sture Tiere. Eine Eselstute aus Niederkrüchten (Kreis Viersen) zeigt jedoch, dass sie auch ganz anders können. „Prinzessin“ tauscht Packtaschen gegen Hindernisse und wird auf einem Reiterhof sogar zur kleinen Sportlerin.
Vom Packesel zum Kinder-Star
Auf dem Heynckeshof in Niederkrüchten hat Eselstute „Prinzessin“ eine ungewöhnliche Aufgabe: Sie springt über kleine Hindernisse – etwas, das normalerweise eher Pferden vorbehalten ist. Anatomisch ist das für Esel schwieriger, denn sie sind ursprünglich für Ausdauer und lange Strecken gezüchtet. Trotzdem bringt „Prinzessin“ Kindern auf dem Hof das Reiten bei und meistert dabei auch kleine Sprünge. Eine ihrer jungen Reiterinnen ist die neunjährige Stine Soer. Mit „Prinzessin“ hat sie schon einiges erlebt – unter anderem einen Triathlon.
Früherer Job: Leittier für eine Schafherde
Dabei sah das Leben der Eselstute früher ganz anders aus. „Prinzessin“ lebte einst bei einem Schäfer und sollte als Leittier für eine Herde und als Packesel arbeiten. Doch darauf hatte die Stute wenig Lust: Sie verweigerte die Arbeit, ließ sich irgendwann nicht mehr einfangen und lief sogar mit der Schafherde davon. Schließlich gab der Schäfer sie ab. Heute lebt „Prinzessin“ auf dem Hof von Yvonne Heynckes zusammen mit Pferden und einem weiteren Esel. Das ist wichtig, denn die Langohren sind sehr soziale Tiere und sollten nicht allein gehalten werden.
Genügsam, langlebig – und oft unterschätzt
Esel gelten als genügsam und fressen vor allem Heu. Ursprünglich stammen sie aus trockenen Steppengebieten und sind daher robuste Tiere. Ein Esel kann bis zu 40 Jahre alt werden. „Prinzessin“ ist 15 Jahre alt. Rund 100 Euro im Monat kostet die Haltung der Eselstute. Für Hofbesitzerin Yvonne Heynckes ist das gut investiertes Geld, denn „Prinzessin“ sorgt nicht nur auf dem Hof für Begeisterung, sondern besucht auch Seniorenheime und beschert den Bewohnern dort besondere Momente. Gleichzeitig möchte die Hofbesitzerin mit einem verbreiteten Vorurteil aufräumen: Esel seien faul oder stur. Ihrer Erfahrung nach laufen viele Tiere sogar schneller, als Reiter erwarten – und zeigen, dass sie deutlich sportlicher sein können als ihr Ruf.

































