Vorsorgeuntersuchungen schleifen lassen – und dann …Diagnose Brustkrebs – wie Jaqueline (40) ihr Leben zwischen Chemotherapien und Yoga wuppte
Knapp jeder vierte Todesfall in NRW geht auf Krebs zurück. Trotz immer besserer Therapiemöglichkeiten ist die Vorsorge wichtig, um die Krankheit effektiver zu behandeln.
Zufallsfund beim Duschen
Vergangenes Jahr hat Jaqueline Reske aus Essen die Diagnose Brustkrebs bekommen. Das Leben der Yoga-Lehrerin drehte sich damit um 180 Grad. Trotz vielen Tiefen glaubte sie an sich und ihren Körper. Sie blieb zumindest nach außen hin stark. Ihre Vorsorgeuntersuchungen hatte die 40 Jährige schleifen gelassen. Das Leben war immer dazwischen gekommen. Im November 2024 fühlte sie dann zufällig in der Dusche einen kleinen Knoten in ihrer rechten Brust. Erst knapp fünf Monate nach Ertasten des Knotens, erfuhr sie, dass es Krebs ist. Sie hatte die Untersuchungen einfach immer vor sich hergeschoben.
Zwischen Chemo- und Strahlentherapie und Operationen
Von Anfang an war klar, dass die damals 39-Jährige eine Operation braucht. Damit der Tumor aber schrumpft und besser operiert werden kann, bekam sie vorher eine Chemotherapie. Die schwächte ihren Körper. Trotzdem versuchte sie sich die Tage in den evangelischen Kliniken Essen-Mitte so schön wie möglich zu machen. Sie steckte dadurch andere mit ihrer positiven Art an. Im September wurde Jaqueline Reske dann an ihrer rechten Brust operiert. Der Tumor ist raus. Es folgte eine Strahlentherapie. Bei einer Kontrolle fanden die Ärzte drei auffällige Lymphknoten.
Jeder vierte Todesfall geht auf Krebs zurück
Mehr als 350.000 Menschen leben in NRW mit einer Krebsdiagnose. Knapp jeder vierte Todesfall in NRW geht auf die Krankheit zurück, so Zahlen des statistischen Landesamtes. Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Aber auch Männer können die Diagnose bekommen. Bei einer Früherkennung ist die Krankheit aber gut heilbar.
Vorsorge ist besser als Nachsorge
Selbst die Brust abzutasten, geht ganz einfach zuhause. Am besten nach der Periode die Brust in unterschiedlicher Intensität abtasten. Dabei auch die Achselhöhle mit einbeziehen. Drückt die Brustwarzen zusammen. Kommt ein Sekret raus, sollte das ärztlich abgeklärt werden. Fällt euch weiter etwas Ungewöhnliches auf, lieber einmal einen Arzt drüber schauen lassen. Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, damit Menschen nicht an Krebs sterben müssen. Ein Überblick:
Hautkrebs: Ab 35 Jahren sollten Männer und Frauen alle zwei Jahre zum Haut-Screening
Darmkrebsfrüherkennung: Männern ab 50 und Frauen ab 55 Jahren wird eine Darmspiegelung empfohlen. Bei unauffälligem Befund muss sie erst nach zehn Jahren wiederholt werden. Alternativ reicht auch ein jährlicher Stuhltest beim Hausarzt
Frauen ab 20 Jahren wird einmal im Jahr ein Check auf Gebärmutterhalskrebs empfohlen. Ab 30 Jahren kommt die jährliche Brustkrebsvorsorge hinzu. Frauen ab 50 Jahren sollten alle zwei Jahre zudem zur Mammographie
Männer ab 45 Jahren sollten jährlich ihre Prostata abtasten lassen. Prostata-Krebs ist die häufigste Krebsart bei Männern
Ganzheitliche Therapieformen
Gegen Krebs gibt es immer mehr Therapiemöglichkeiten. Jaqueline Reske hat sich ergänzend zur Schulmedizin für die sogenannte Integrative Onkologie entschieden. In den Evangelischen Kliniken Essen-Mitte gibt es dafür eine extra Fachklinik. Das Verfahren allein kann Krebs nicht heilen, aber es soll das allgemeine Wohlbefinden der Patienten stärken und Nebenwirkungen reduzieren. Die Integrative Onkologie arbeitet unter anderem mit klassischen Naturheilverfahren, wie Akupunktur, Pflanzentherapie, Schröpfen, Massagen und Yoga. 66 Stunden werden von den Krankenkassen übernommen. Ein Therapieansatz, der auch Jaqueline Reske geholfen hat.
Yoga für Krebspatienten
Noch während sie gegen den Krebs kämpfte, ist für sie klar: Sie will anderen helfen. Jaqueline Reske machte neben Chemo- und Strahlentherapie eine Fortbildung. Sie möchte Yoga speziell für Krebspatienten anbieten. Inzwischen gibt sie die Kurse in ihrem Studio in Essen. Yoga war während der Krankheit ein stetiger Begleiter.
Erstmal krebsfrei
Jaqueline Reske sind dann im Dezember drei Lymphknoten entfernt worden. Kurz vor Weihnachten wurde sie entlassen. Im neuen Jahr dann die gute Nachricht: Der Krebs ist erstmal weg. Regelmäßigen Arztbesuchen bestimmen aber weiter ihr Leben. Alle drei Wochen bekommt sie eine Antikörperspritze, muss täglich Medikamente nehmen, aber sie lebt. Der Krebs hat ihr vieles genommen, aber nie ihre positive Art. Inzwischen nimmt Jaqueline Reske ihre Vorsorgetermine ernst. Sie denkt mehr an sich und stellt weniger wichtige Dinge hinten an. Sie will alles tun, damit der Krebs nicht mehr zurückkommt.


































