Sicherheit made in NRWDefence.NRW: Wie sich Nordrhein-Westfalen als Verteidigungsstandort neu aufstellt

von Niklas Bönsch

Eurofighter im Tiefflug über Köln, ein neuer Verteidigungskongress in Düsseldorf und ein eigenes Defence-Cluster: NRW will Sicherheitspolitik und Industriepolitik enger verzahnen und sich als Verteidigungsstandort profilieren.

Kongress in Düsseldorf

Sicherheit und Verteidigung sind längst kein fernes Thema mehr. Darüber wurde am Mittwoch (11.03.) beim Kongress „Defence.NRW“ in Düsseldorf diskutiert. Vertreter aus Politik, Bundeswehr, Wirtschaft und Forschung berieten, wie Nordrhein-Westfalen als Verteidigungsstandort gestärkt werden kann. Eingeladen hatte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). „Wer nicht nur über Zeitenwende reden will, muss Diskursräume schaffen“, sagte Neubaur. Es gehe darum, die Akteure zusammenzubringen, die nötig seien, um die Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen und so den Frieden zu sichern.

Start-ups und neue Technologien

Ein zentrales Thema: Wie die Bundeswehr schneller an neues Material kommt. Welche Rolle Start-ups dabei spielen können - und wie Unternehmen aus NRW in diesem Markt besser Fuß fassen. Ein Beispiel ist das Aachener Unternehmen AUXSYS. Geschäftsführer Enno Dülberg entwickelt Exoskelette für Soldaten. Unterstützung aus der Politik habe es zuletzt mehr gegeben, sagte er. Dennoch sieht er Luft nach oben: Weniger Bürokratie und schnellere Verfahren würden der Branche helfen.

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Neue Bedrohungslage für die Bundeswehr

Auch aus militärischer Sicht wächst der Druck. Thomas Daum, Inspekteur im Bereich Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr, sieht Deutschland in einer neuen Bedrohungslage: Krieg in Europa, Cyberangriffe, Sabotage. Deshalb müsse die Industrie ihre Produktion schneller hochfahren, damit benötigte Ausrüstung verfügbar sei. Wie lukrativ der Markt sein kann, zeigt der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall, der am Mittwoch (11.03.) Rekordzahlen meldete.

Mahnung der Ökonomen

Ökonomen mahnten jedoch zur Vorsicht. Moritz Schularick, Präsident des Kiel Institut für Weltwirtschaft, forderte einen gezielten Einsatz der Milliardeninvestitionen. Das Geld müsse so verwendet werden, dass es sowohl die Sicherheit als auch den wirtschaftlichen Nutzen maximiert. Genau hier setzt Nordrhein-Westfalen an. Mit der neuen Clusterorganisation Defence.NRW sollen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, Einstiegshürden in den Verteidigungsmarkt zu senken und neue Wertschöpfungsnetze aufzubauen.