Kein Umweg übers Gerätehaus!Brand in Lohmar – Feuerwehrfrau aus der Nachbarschaft rettet Bewohner
Ein Brand in Lohmar-Donrath hat in der Nacht zu Freitag (19.06.) einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften ausgelöst. Ein Haus stand in Flammen. Ein Bewohner überlebte nur, weil eine Nachbarin ihn noch vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem brennenden Haus rettete. Die Ermittlungen zur Ursache laufen.
Dramatische Rettung und schneller Großeinsatz
Gegen 0:45 Uhr meldeten zahlreiche Anrufer den Brand. Wegen der Vielzahl der Notrufe wurde früh Stadtalarm ausgelöst. Kräfte aller fünf Feuerwehr-Standorte in Lohmar rückten aus. Schon auf der Anfahrt war das Ausmaß sichtbar. Das Einfamilienhaus stand im Vollbrand und erhellte den Nachthimmel. Zu diesem Zeitpunkt hatte eine Feuerwehrfrau aus der Nachbarschaft schon gehandelt. Gemeinsam mit ihrem Mann rettete sie den einzigen Bewohner über einen niedrigen Balkon. Die Lage war gefährlich. Fensterscheiben zerbarsten, Bauteile lösten sich durch die Hitze. „Wir wussten, dass wir nicht viel Zeit haben“, berichtete sie später. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatte sich das Feuer schon vom Wintergarten im Erdgeschoss bis in den Dachstuhl ausgebreitet. Ein Innenangriff war nicht mehr möglich. Rund 100 Einsatzkräfte bekämpften die Flammen von mehreren Seiten und über eine Drehleiter. Auch eine Förderleitung aus der nahegelegenen Agger wurde aufgebaut. Mit einer Riegelstellung verhinderten die Kräfte ein Übergreifen auf Nachbarhäuser. Das Gebäude selbst brannte jedoch vollständig aus.
Asbestverdacht und aufwendige Nacharbeiten
Während des Einsatzes kam der Verdacht auf, dass im Fertighaus asbesthaltige Materialien verbaut waren. Die Feuerwehr richtete einen Sperrkreis von 100 Metern ein. Einsatzkräfte arbeiteten mit FFP2-Masken oder unter Atemschutz. Anwohner wurden gewarnt, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zusätzlich informierten die Behörden über die Warn-App NINA und per Cell Broadcast. Unterstützung kam auch aus den Nachbarkommunen. Einheiten aus der Region wurden nachalarmiert. Ein Fachberater des Technischen Hilfswerks prüfte die Statik der Brandruine. Der Malteser Hilfsdienst versorgte die Einsatzkräfte, die bei sommerlichen Temperaturen stark belastet waren. Für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Einsatzleitung inzwischen keine Gefahr mehr. Die aufwendige Reinigung von Ausrüstung und Fahrzeugen steht noch bevor. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Stadt würdigte den Einsatz der Ersthelfer ausdrücklich. Eine mögliche Auszeichnung wird geprüft.

































