Lehrer auf Technik-SucheBildungsmesse in Köln - KI und VR sollen Unterricht in NRW verändern

von Stefan Efferth

In den Kölner Messehallen haben sich zahlreiche Lehrer aus NRW über neue Technik für den Unterricht informiert. Viele Schulen nutzten den Besuch auf der Bildungsmesse „Didacta“ sogar als offizielle Fortbildung. Im Fokus standen vor allem künstliche Intelligenz und virtuelle Realität.

Neue Ideen für den Unterricht

Der Unterricht ist am Dienstag (10.03.) an einigen Schulen im Land ausgefallen – viele Lehrer waren stattdessen auf der Didacta in Köln. Auch das Kollegium der Gustav-Heinemann-Hauptschule aus Köln-Chorweiler ist geschlossen angereist. Schulleiter Andreas Malm hat den Messebesuch als Fortbildung angesetzt. Sein Auftrag an die Lehrkräfte: nach technischen Hilfsmitteln suchen, die den Unterricht verbessern können.

Malm sagt: „Es geht dieses Mal tatsächlich nicht um Arbeitshefte oder sonst irgendwas. Das können die Kollegen gerne privat machen. Schwerpunkt sind Diagnosetools und natürlich technische Neuigkeiten, insbesondere VR-Technologien, die helfen, unseren Kindern eine Anschauung darzubringen, die sie oft nicht mehr haben, weil ihnen einfach dieser Alltagsbezug in vielen Themen mittlerweile fehlt.“

KI soll Lehrern Arbeit abnehmen

Ein Schwerpunkt der Messe sind sogenannte Diagnose-Tools. Sie analysieren mit Hilfe von KI, was Schüler aus dem Unterricht behalten haben. Programme zeigen Lehrern zum Beispiel an, wer Aufgaben gut gelöst hat – und wo es noch Probleme gibt. Anschließend können sie automatisch passende Übungen für einzelne Kinder vorschlagen. Kevin Wuttke vom Klett-Verlag erklärt: „Die Lernplattform kann Aufgaben verteilen und nutzt dabei KI. Das heißt, ich muss als Lehrkraft nicht mehr zu Hause sitzen und überlegen: Paul und Olivia kriegen irgendwie die Aufgabe und die Aufgabe, sondern ich mache ein Paket mit Aufgaben fertig und die KI sagt dann: Du kriegst die leichte, du kriegst die schwierige – und die Lehrkraft kann Zeit sparen.“

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Schulministerin sieht große Chancen

Auch NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) besuchte die Messe an mehreren Tagen. Für sie ist künstliche Intelligenz eine große Chance für Schulen. Feller sagt: „Es ist eine große Chance. Wir können dadurch Lehrkräfte und Schulleitungen entlasten. Ich glaube, es gibt viele Tools, die noch in Zukunft entwickelt werden, wo Verwaltungsaufgaben mit erledigt werden können, wo auch Lehrkräfte sich den Unterricht mit vorbereiten lassen können und gleichzeitig aber auch Schülerinnen und Schüler viel individueller fördern können.“ Ob KI den Unterricht wirklich verändert, wird sich erst zeigen, wenn die Technik im Schulalltag ankommt. Für viele Lehrer könnte der Besuch auf der Didacta aber zumindest ein erster Schritt sein.