Mehr Alltagswissen in SchulenApp für Schulen
Bereitet die Schule einen gut aufs Erwachsenenleben vor? Also: Wie eröffne ich ein Konto, welche Versicherungen brauche ich oder wie repariere ich selbst etwas? Ein Start-Up soll genau dabei helfen. Unterstützt wird es vom NRW-Schulministerium.
Wie gut bereiteten die Schule Kids aufs Leben vor?
Lernen fürs Leben. Das fehlt vielen Jugendlichen in der Schule. Gedichtsanalysen schreiben: Ja. Steuererklärung: Nein. Das dachte sich zumindest Ludwig Thiede und hat das Startup LifeTeachUs gegründet. Also: Leben lehr uns! Thema ist das bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Mit dabei: Schulministerin Feller (CDU). Die Idee: Junge Menschen fit für den Alltag machen. Sprich: Von Verträgen abschließen bis Handwerken. Der Gründer ist darauf in seiner Schulzeit gekommen. Er will so auch allen Kindern dieselben Chancen ermöglichen. Denn das aktuell an vielen Schulen so nicht gegeben, sagt der 28-Jährige. Möglich machen soll das eine App. Über die können sich Fachleute registrieren: von Tischlermeister bis Jurist. Die können Lehrer dann zu einem Besuch einladen. Das geht online oder auch im Klassenzimmer. Dort erzählen die sogenannten Lifeteachers aus ihrem Berufsalltag - alles ehrenamtlich. Schulministerin Feller (CDU) unterstützt das Projekt durch Kontakte zu den Schulen und den LifeTeachers. Die müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie beispielsweise ein sauberes Führungszeugnis.
Kritik von der NRW-SPD
Finanziert wird das Startup durch Stiftungen und Spenden. Gestartet ist es in Nordrhein-Westfalen als Pilotprojekt in Münster mit dem Titel „Fit for Life“, also: Fit fürs Leben. Mittlerweile machen 200 Schulen in NRW mit und es sollen noch mehr werden. Von Grundschule bis weiterführend können alle teilnehmen. Dabei ist ihnen selbst überlassen, ob und wie oft sie das Angebot nutzen. Kritisch sieht das Dilek Engin von der NRW-SPD. Sie meint: „Es löst definitiv nicht den eklatanten Lehrkräftemangel, den wir haben. Die strukturellen Probleme an den Schulen, die wenigen Lehrkräfte, die vor Ort sind, die überlastet sind. Und natürlich wäre es sinnvoller und besser, wenn es keine Modellprojekte geben würde, sondern das in den Lehrplan integriert werden würde.”
Unicef-Studie mit alarmierenden Ergebnissen
Eine Unicef-Studie von Mai 2026 zeigt auch Mängel in herkömmlichen Fächern. Deutschland liegt bei sozialen und akademischen Fähigkeiten auf Rang 34 von 41. 40% Prozent der 15-jährigen erreichen nicht einmal die Mindestkompetenzen in Lesen und Mathe. Selbst wirtschaftlich schwächere Staaten wie beispielsweise Slowenien schneiden deutlich besser ab.

































