Das ändert sich für Kitas in NRWÄnderungen am Kinderbildungsgesetz – Schäffer nimmt Reform von Vorgängerin Paul in die Hand
Zu wenig Personal, zu wenig Geld, zu viele Kids für eine Gruppe: So geht es vielen Kitas in NRW und Besserung war lange nicht in Sicht - im Gegenteil. Das sogenannte Kinderbildungsgesetz hat für heftige Kritik gesorgt. Die neue NRW-Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) verspricht Änderungen.
Neue Ministerin hat nachgebessert
NRW-SPD-Fraktionschef Jochen Ott war am Mittwoch (15.04.) zu Besuch bei einer Kita in Bielefeld. Gespielt wird aber höchstens mit harten Bandagen, denn viele Einrichtungen und die Opposition kämpfen gegen das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) der Landesregierung. Es regelt Betreuung, Bildung, Organisation und Finanzierung von Kindertagesstätten in NRW. Sie leiden unter dem Fachkräftemangel. Entlasten sollte die KiBiz-Reform. Demnach wären in den Einrichtungen größere Gruppen, weniger Erzieher und dafür mehr Ersatzkräfte möglich. Dagegen gab es zahlreiche Proteste. Die Idee stammt von Ex-NRW-Familienministerin Josefine Paul (Grüne). Im Januar 2026 trat sie zurück, aber nicht deswegen. Der Druck nach dem Terroranschlag in Solingen 2024 wurde offenbar zu groß. Danach übernahm Verena Schäffer das Amt. Die Grünen-Politikerin hat sich das Gesetz jetzt vorgenommen. Am Mittwoch (15.04) stellte sie in Düsseldorf ihre Änderungen vor: Die Gruppengrößen bleiben beispielsweise wie sie sind. Die Kernzeiten sollen erhöht werden: von 25 auf 35 Stunden pro Woche - mindestens fünf Stunden am Tag sind Pflicht. Dann betreuen Erzieher die Kinder. Der Rest bleibt den Kita-Trägern überlassen. In den Randzeiten übernimmt weniger qualifiziertes Personal. Mindestens eine Fachkraft muss aber immer in der Einrichtung anwesend sein.
Kritik an KiBiz-Reform bleibt
Die Änderungen überzeugen Ott von der SPD nicht. Für ihn kommt die Bildung viel zu kurz. Außerdem bleibt auch die Finanzierung ein Problem, so der Oppositionspolitiker. Das Gesetz wird voraussichtlich im Juli 2026 verabschiedet. Eine Finanzspritze von 106 Millionen Euro kommt noch on top. Fast die Hälfte fließt in Sprachförderung. Das Geld hat das Ministerium übrig, weil es weniger Geburten gab. Heißt für das kommende Kita-Jahr: weniger Kids, mehr Kohle.

































