Wie oft kommt es im Vereinssport zu Übergriffen? Fußballtrainer soll seine Spieler geschlagen und geküsst haben

Seine Spieler waren minderjährig!
In einem Zeitraum von zwei Jahren soll ein Fußballtrainer seinen jungen Spielern gegenüber gewalttätig gewesen sein. Einen Spieler soll er sogar sexuell belästigt haben. Wie kann das sein und wie oft kommt es im niedersächsischen Vereinssport zu Übergriffen dieser Art?
Dem Mann werden 93 Straftaten zur Last gelegt
Der Trainer aus Niedersachsen soll sein Machtgefälle immer wieder ausgenutzt haben. Und das nicht nur einmal: Das Landgericht wirft dem Mann insgesamt 93 Straftaten vor. Zwischen 2022 und 2024 soll er immer wieder Spieler geschlagen und ihnen Ohrfeigen gegeben haben, wenn er mit ihren Leistungen nicht zufrieden war. Einen Spieler soll er zusätzlich mehrfach gegen dessen Willen geküsst haben. All diese Taten soll er während seiner Tätigkeit als Jugendtrainer begangen haben. Heute ist der Prozess gegen den Mann am Landgericht Aurich gestartet, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, weil auch Minderjährige aussagen werden.
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Sportbund will Schutzkonzepte verbreiten
Trainerinnen und Trainer sind besonders für Kinder und Jugendliche wichtige Bezugspersonen. Damit das Wohl der Kinder sichergestellt werden kann, gibt es immer mehr Schulungen, die jeder Trainer durchlaufen muss: „Ohne eine Schulung in dem Bereich läuft nichts, sodass man davon ausgehen kann, dass zumindest ein Basiswissen vorhanden ist“, erklärt Olav Görnert-Thy, Sportwissenschaftler und Sportreferent beim Kreissportbund Aurich. Mit Schutzkonzepten sollen mutmaßliche Vorfälle wie der aus dem Landkreis Aurich verhindert werden: „Das hat unterschiedliche Bausteine von der Sensibilisierung über die konkrete Benennung von Ansprechpersonen, Sensibilisierung von Übungsleitenden, von Eltern und natürlich auch: Wie gehen wir damit um, wenn ein Verdacht im Raum steht”, erläutert Marco Lutz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Landessportbunds Niedersachsen.
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Im Prozess am Landgericht Aurich geht es um Übergriffe an Minderjährigen. Olav Görnert-Thy rät Eltern dringend dazu, ihre Kinder ganz genau zu beobachten, um mögliche Übergriffe schnellstmöglich feststellen zu können: „Verändert sich mein Kind, ohne dass ich da vielleicht einen Grund für sehe? Dann sollte man schauen, wie man vielleicht über das Kind dann an gewisse Informationen kommt. Oder ich spreche auch mit anderen Eltern.” Wichtig sei es, dass Spieler eine Person haben, der sie sich anvertrauen können, damit Übergriffe nicht nur vermieden, sondern im Ernstfall schnell aufgedeckt werden können. Der Prozess am Landgericht Aurich wird im Oktober fortgesetzt.
Verwendete Quellen: eigene RTL‑Recherche

































