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Vereine

In einem Verein finden sich Personen zusammen, um einen bestimmten Zweck zu fördern. Der eingetragene Verein ist als juristische Person rechtsfähig.

Vereine

Ein Verein ist ein Zusammenschluss von Personen, die sich für die Förderung eines gemeinsamen Zwecks zusammengefunden haben. Die gesetzlichen Regelungen zum Recht der Vereine finden sich in den §§ 21 ff. BGB und im Vereinsgesetz. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang das Grundrecht auf die freie Bildung von Vereinen, das in Artikel 9 Abs. 1 des Grundgesetzes aufgeführt ist.

Der eingetragene Verein

Der Regelfall des Vereins ist der eingetragene Verein (e. V.), der im zuständigen Register des Amtsgerichts verzeichnet ist. Der eingetragene Verein ist als Körperschaft eine juristische Person, er kann also unabhängig von seinem jeweiligen Mitgliederbestand als solcher klagen und verklagt werden. Der Verein regelt seine eigenen Angelegenheiten durch eine Satzung - das ist so etwas wie eine Verfassung des Vereins. Verfolgt der Verein gemeinnützige oder mildtätige Zwecke, werden ihm nach § 51 der Abgabenordnung besondere steuerliche Vergünstigungen gewährt.

Besondere Vereinsformen

Neben dem eingetragenen Verein gibt es auch Sonderfälle: Altrechtliche Vereine sind Vereine, die vor dem Inkrafttreten des BGB im Jahre 1900 bereits bestanden. Für diese Vereine gelten besondere Regelungen. Wirtschaftliche Vereine erlangen ihre Rechtsfähigkeit durch besondere Gesetze, zum Beispiel durch das GmbH-Gesetz oder das Aktiengesetz, ansonsten durch staatliche Verleihung. Nicht rechtsfähige Vereine schließlich sind keine juristischen Personen. Sie können daher grundsätzlich nicht verklagt werden oder selbst klagen. Die Rechtsprechung hat in neuerer Zeit hiervon jedoch Ausnahmen gemacht und sieht nicht rechtsfähige Vereine als passiv und aktiv parteifähig an. Jedoch muss ein Rechtsstreit dann - im Gegensatz zum eingetragenen Verein -von der Gesamtheit der Mitglieder geführt werden. Das kann in der Praxis sehr schwierig werden.

Deutschland - Land der Vereine?

In Deutschland gibt es etwa 580.000 Vereine. Statistisch betrachtet ist jeder Deutsche in mindestens einem Verein Mitglied. Nicht nur aus diesem Grund wird Deutschland oft als Land der Vereine angesehen. Das Wort „Vereinsmeierei“ bezeichnet eine Mentalität, die als typisch deutsch gilt. An diesem Bild lässt sich objektiv jedoch zweifeln, denn Deutschland liegt in puncto Vereinsdichte europaweit nur im Mittelfeld.