Toter war über ein Jahr vermisstIm Schlaf angegriffen! Bekannte sollen den Ex-Freund der Schwester getötet haben

„Er war richtig wie ein Mörder, in dem Moment habe ich richtig Angst gekriegt.“
Drei Jahre nach einem Leichenfund in Alt-Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) beginnt am Montag (5. Januar) in Lübeck der Prozess gegen zwei Männer aus dem näheren Umfeld des Opfers: Den Lebensgefährten der Ex-Frau des Opfers, Javad Z. und den Schwager Mohammad H. Beide Männer sind wegen Mordes angeklagt. Doch nur einer sagt etwas zu den Vorwürfen.
„Ich war so ein Dummkopf damals, ich habe gesagt: Ja, ich mache das für dich“
Zwischen dem 11. und 12. Mai 2021 sollen die beiden Angeklagten das Opfer heimtückisch getötet haben. Der Lebensgefährte der Schwester, Javad Z., soll seinen Schwager Mohammad H. zur Beihilfe angestiftet und ihn aufgefordert haben, mit dem späteren Opfer in dessen Wohnung zu gehen. Das Motiv: Das Opfer soll die Trennung nicht akzeptiert haben und Javad Z. und seiner Ex-Partnerin zuvor mit dem Tod bedroht haben. Javad Z. drängt daraufhin offenbar seinen Schwager bei der Tat zu helfen – für die Sicherheit seiner Schwester. Mohammad H. dazu vor Gericht: „Er hat meinen Kopf damals gewaschen”. Rückblickend betont er vor Gericht seine Reue: „Ich war so ein Dummkopf damals, ich habe gesagt: Ja, ich mache das für dich.“
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Mohammad H. über seinen Schwager: „Er war richtig wie ein Mörder”
Vor Gericht äußert sich Javad Z. zu Prozessbeginn nicht – der Schwager Mohammad H. gesteht jedoch, dass er Javad Z. in den frühen Morgenstunden in die Wohnung gelassen habe. „In meinen Gedanken war, dass ich die Tür aufmache und rausgehe. Aber als ich ihn gesehen habe, habe ich Angst bekommen”, erzählt Mohammad H. „Er war richtig wie ein Mörder, in dem Moment habe ich richtig Angst gekriegt“. Der Lebensgefährte seiner Schwester sei dunkel gekleidet und vermummt gewesen. Mohammad H. selbst habe sich daraufhin „wie ein dummer Mensch“ hinter das Sofa verzogen, während Javad Z. mit einer Holzstange auf den Hals des schlafenden Opfers gedrückt habe. Mohammad H. erzählt, dann habe er laute Geräusche gehört: „Es ging alles sehr schnell“.
Im Video: Prozess um tödlichen Sprung aus dem Fenster
Angeklagter stellte sich der Polizei
Am 17. September 2025 taucht Mohammad H. bei der Polizei in Hamm auf und gesteht, den 35-Jährigen im Mai 2021 zusammen mit einem Bekannten in Ratzeburg getötet zu haben. Vor Gericht fasst er seine damalige Aussage zusammen: „Ich brauche sofort einen Termin, ich bin hier draußen nicht sicher. Wenn jemand aus meiner Familie rausfindet, dass ich aussagen will, dann bin ich körperlich in Gefahr.“ Für ihn war klar: Besser im Gefängnis in Sicherheit. Deshalb sei er schließlich in eine Polizeistelle gegangen und habe sich dort gestellt. Seitdem sitzen beide in der JVA Lübeck.
Schon am 14. Dezember 2022 waren die Männer in Hamm als Verdächtige festgenommen worden, weil die Ermittler von einem Familienstreit als Motiv ausgingen, doch der Verdacht zerschlug sich, die Haftbefehle wurden aufgehoben.
Für den Prozess sind fünf weitere Termine angesetzt. Ein Urteil wird Anfang Februar erwartet.


































