„Jetzt wollen wir einfach nur nach Hause”Paar auf Kreuzfahrtschiff in Abu Dhabi fühlt sich von Regierung alleingelassen

Bangen statt Erholen!
Seit Samstag sitzen Henrike Maasch und Oliver Valtin aus Ostholstein auf einem Kreuzfahrtschiff in Abu Dhabi fest und erleben, wie Flugobjekte ganz in ihrer Nähe Gebäude zerstören. Wann und wie es für das Paar sicher zurück nach Norddeutschland gehen kann, ist unklar. Denn von der deutschen Politik haben sie bisher nur wenig Hilfe erhalten.
„Auf einmal gingen alle Alarmanlagen an”
„Man weiß nicht so richtig, wohin mit sich. Man wartet auf Lösungen. Und ja, es ist natürlich geprägt von Unsicherheit, auch von Angst.” So hat sich Oliver Valtin seinen Urlaub in Nahost nicht vorgestellt. Zusammen mit Freundin Henrike Maasch und einem befreundeten Paar macht der Bankkaufmann eine Kreuzfahrt von Dubai über Oman nach Abu Dhabi. „Am Freitag haben wir noch von unserem Freund den 40. Geburtstag gefeiert und da war noch gute Laune. Und am Samstag standen wir dann in Abu Dhabi in der großen Moschee und auf einmal gingen alle Alarmanlagen an”, erzählt die 31-jährige Henrike Maasch im Gespräch mit RTL.
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Anzeige:Passagiere beobachten Anschlag vom Schiff aus
Am Samstag (28. Februar) eskaliert der Konflikt in Nahost zwischen Israel, den USA und dem Iran. Nur wenige Stunden später erreichen erste iranische Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate, genau gesagt Abu Dhabi. Am Sonntag (1. März) schlagen mindestens zwei Drohnen in Nähe des Hafens ein, die Passagiere des „Mein Schiff 4” erleben dies hautnah mit. Statt Sonne und Urlaub heißt es für die Touristen ab dann: Ausgehverbot. „Wir dürfen halt nicht auf den Balkon, also wir haben eine Balkonkabine. Wir sollen die Vorhänge aufzulassen. Wir dürfen nicht aufs Außendeck. Der Poolbereich ist gesperrt”, berichtet Henrike Maasch.

Der Hafen, in dem das Schiff liegt, wird von der US-Marine mit überwacht und beschützt. „Das gibt uns erstmal ein gutes Gefühl”, sagt der 40-jährige Oliver Valtin. Nicht desto trotz: „Man weiß aber auch, dass von, ich sag mal 100 Drohnen, nicht alle abgefangen werden können.” Das Paar hat laut Henrike Maasch daher aktuell nur noch ein Ziel: „Jetzt wollen wir einfach nur nach Hause.”
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Frust über Hilfe der Bundesregierung
Die Ausreise von Abu Dhabi ist aktuell aber alles andere als einfach. Der Luftraum ist gesperrt, der Weg übers Land für das Paar aus Ostholstein keine Option. Sie wollen weiter abwarten und hoffen, endlich mehr Unterstützung aus Deutschland zu erhalten. „Man fühlt sich so ein bisschen alleingelassen. Also nicht von TUI, nicht von dem Schiff und nicht von den Mitarbeitern hier. Aber so ein bisschen vom deutschen Staat”, erklärt Oliver Valtin.

Er habe Aussagen von Außenminister Johann Wadephul (CDU) gehört, dass jeder Tourist für seine eigene Sicherheit zuständig sei und man ja auch gewusst habe, dass es in dem Land Risiken gebe. Sowas sei wie „eine Ohrfeige für jeden, der hier auf dem Schiff sitzt und für die Familien, die zu Hause in Deutschland sind”, sagt Oliver Valtin. Statt solcher Vorwürfe hoffen die Norddeutschen, dass die Bundesregierung bald eine Rückreise nach Deutschland organisiert. Am Montagnachmittag wurde angekündigt, dass Deutschland mit ersten Flügen Kranke, Kinder und Schwangere nach Hause holen wolle.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche



