„Die hätten tot sein können!”Pflasterstein auf Streifenwagen geschmissen! Hochhaus-Bewohner unter Verdacht

War es ein Mordanschlag?
Hinter einer der mehr als 240 Türen des Mehrfamilienhauses im Kieler Stadtteil Mettenhof könnte der Täter wohnen. Derjenige, der ein 15 Zentimeter großes und mehrere Kilogramm schweres Stück eines Pflastersteins auf einen Streifenwagen geworfen und damit eine Polizistin verletzt hat. RTL auf Spurensuche am Tatort.
Etliche Bewohner sind schockiert
Der „Weiße Riese”, wie das Hochhaus genannt wird, ist längst als sozialer Brennpunkt bekannt. Allein im vergangenen Jahr hat es in dem 22-stöckigen Gebäude laut Polizei 107 Einsätze gegeben. Darunter Körperverletzungen, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und Ruhestörungen. Aus genau diesem Grund fahren auch in der Nacht zum 2. Juni zwei Beamte zu dem Mehrfamilienhaus.

Plötzlich fliegt ein schwerer Stein durch die Windschutzscheibe des Streifenwagens. Er trifft die 25-jährige Polizeibeamtin auf dem Beifahrersitz an der Hand und am Sprunggelenk. So, dass sie nicht mehr weiterarbeiten kann. Dass sie nicht lebensgefährlich verletzt worden ist, ist pures Glück. Im Gespräch mit der RTL-Reporterin vor Ort zeigen sich etliche Bewohner schockiert: „Die hätten tot sein können”, sagt Michael Milewski. Er und seine Frau Marion leben seit fast zehn Jahren im 21. Stock des „Weißen Riesen”. Polizeieinsätze erleben sie dort regelmäßig.
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Ein DNA-Test könnte den Täter überführen
Eine andere Bewohnerin, Janet Heifer aus der fünften Etage, zu RTL: „Mein Gott, diese Respektlosigkeit der Polizei gegenüber.” Ermittelt wird jetzt wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes, wie die Staatsanwaltschaft Kiel bestätigt. Für Zeugen, die wichtige Hinweise geben können, die zur Verurteilung des Täters führen, gibt es eine Belohnung von 1000 Euro.

Oberstaatsanwalt Michael Bimler zu RTL: „Wir gehen davon aus, dass aus ziemlich hoher Höhe aus dem Hochhaus ein Teil einer Betonplatte nach unten geworfen wurde auf den Streifenwagen. Der hat auch tatsächlich dazu geführt, dass eine Polizeibeamtin verletzt worden ist.” Das Mordmerkmal Heimtücke sieht er als erfüllt an: „Heimtückisch handelt immer derjenige, der die Arglosigkeit seines Opfers ausnutzt, und die darauf beruhende Wehrlosigkeit. Und da hier die Polizeibeamten zu einem normalen Einsatz gerufen worden sind, ohne dass sie davon ausgehen mussten, dass sie hier lebensbedrohlich angegriffen werden, haben wir Heimtücke bejaht.”
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Die Ermittlungen laufen. Zunächst muss jetzt laut Staatsanwaltschaft geklärt werden, ob sich genügend auswertbare DNA am Stein befindet. Sollte das der Fall sein, könnten die Bewohner des Hochhauses zum freiwilligen DNA-Test geladen werden, um herauszufinden, wer die Polizisten angegriffen hat.



