Ein Anschlag, der die Welt veränderte 25 Jahre nach 9/11 − Der Terror, der aus Hamburg kam

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Vor 25 Jahren fliegen zwei Flugzeuge in die Tower des World Trade Centers in New York City.
Chao Soi Cheong/AP/dpa
von Thomas Jell und Philipp Baumhöfner

Ein Tag, an dem die Welt still stand!
Es ist der 11. September 2001, als in New York City kurz nacheinander zwei Flugzeuge in die Tower des World Trade Centers fliegen. Es ist ein Angriff auf die USA und auf die gesamte westliche Welt. Dann wird auf einmal klar: die Spuren des Terrors führen direkt nach Hamburg.

Tatverdächtige kommen aus Hamburg

Es ist 14.46 Uhr deutscher Zeit, als ein Passagierflugzeug in den Nordturm des World Trade Centers kracht. Kurze Zeit später rast eine zweite Maschine auf den Südturm zu und schlägt ebenfalls ein. Während die schockierenden Bilder um die Welt gehen, wird wenig später deutlich, dass es bei diesen Anschlägen nicht bleibt. Eine dritte Maschine steuert auf das Pentagon zu, eine vierte stürzt in Pennsylvania ab. Es ist ein koordinierter Terrorangriff, hinter dem das Terrornetzwerk Al-Qaida steckt, wie sich später herausstellt. Insgesamt sterben bei dem Anschlag 3.000 Menschen.

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Dann, nur gut einen Tag später, rückt plötzlich auch Hamburg in den Fokus. Spezialeinsatzkommandos durchsuchen mehrere Hamburger Wohnungen. Zuvor hat das FBI den deutschen Behörden eine Liste mit 19 Tatverdächtigen übermittelt, die für die Anschläge verantwortlich sein sollen. Eine Abfrage des Melderegisters ergibt: Die Männer sind in Hamburg gemeldet. „In derselben Nacht hat es dann hat es Durchsuchungen gegeben. Die Polizei ist in die Wohnung rein, hatte aber nichts mehr gefunden. Das war alles verlassen”, erinnert sich der damalige Pressesprecher der Innenbehörde, Christoph Holstein, im Gespräch mit RTL.

Weltweit ist nun die Rede von einer „Hamburger Terrorzelle”. Ihr Anführer: der Ägypter Mohammed Atta, der das erste Flugzeug in das World Trade Center gesteuert hat. Und auch die beiden weiteren Todespiloten Marwah Al Shehhi und Ziad Jarrah haben in in der Hansestadt gewohnt.

Als Hamburger Studenten radikalisiert

Schaut man sich die Lebensläufe der Terroristen an, stellt sich bis heute die Frage, wie sie so lange unbemerkt in Hamburg leben konnten. Bereits 1992 schreibt sich Mohammed Atta an der Technischen Universität Hamburg ein. Seine Leistungen seien überdurchschnittlich gut gewesen, berichtet damals sein ehemaliger Professor.

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Vom FBI müssen sich die deutschen Sicherheitsbehörden die Frage gefallen lassen, wie die Islamisten unter dem Radar bleiben konnten. Olaf Scholz (SPD), damals Innensenator, muss sich rechtfertigen.. „Das typische Bild, dass sich für uns jetzt erstmal auf den ersten Eindruck ergibt, ist, das ganz offensichtlich es sich überwiegend um Personen gehandelt hat, die hier legal, mit einem ganz legitimen Interesse eingereist sind, in der BRD zu studieren, sich ordentlich benommen haben”, erklärt er einen Tag nach dem Anschlag.

Doch unter dem Deckmantel eines Musterstudenten gründet Atta an der Universittät eine Islam-AG, lernt dort Männer kennen, mit denen er sich radikalisiert und in Lagern der Al-Qaida in Afghanistan an Waffen ausbilden lässt. „Das ist so konspirativ gelaufen, dass wir, ich glaube, damals keine Chance, keine echte Chance gehabt haben”, sagt der ehemaliger Leiter des Landesamts für Verfassungsschutz, Reinhard Wagner, im RTL-Interview. Später gehen die Männer rund um Atta gemeinsam in die USA und nehmen dort Flugunterricht.

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Ein Attentäter kann aufgespürt werden

Die Behörden und Polizei können damals kaum Ermittlungsergebnisse erzielen, sie suchen daher mit Hochdruck nach weiteren Terroristen - und werden fündig. Der Marokkaner Mounir al-Motassadeq lebt ebenfalls als Student in Hamburg, war mit Mohammed Atta befreundet. Er gilt als „der Helfer der Attentäter”. Auch er war in einem afghanischen Ausbildungslager von Al-Qaida. 2003 beginnt gegen ihn der Prozess, der erste weltweit gegen einen Verdächtigen der Terroranschläge am 11. September. 2007 wird er unter anderem wegen Beihilfe zum Mord zu 15 Jahren Haft verurteilt, 2018 wird er aus Deutschland abgeschoben nach Marokko.

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Nach zwei weiteren Mitgliedern der Hamburger Terrorzelle sucht die Polizei bis heute. Hamburg und die Welt haben indessen dazu gelernt, etwa neue Scanner und verschärfte Sicherheitskontrollen an Flughäfen veranlasst. Der Verfassungsschutz wurde personell aufgestockt, der Informationsaustausch verbessert, die Möglichkeiten zur Terrorabwehr erweitert. Und trotzdem ist und bleibt es eine Gradwanderung zwischen dem Streben nach vollkommener Sicherheit und dem, was unser Leben ausmacht: Freiheit.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Deutsche Welle