Für Jimmy Albrecht ist die Gedenkstätte am Ground Zero heute ein Ort, der ihn stolz macht. Stolz darauf, was er und Tausende Ersthelfer am 11. September und in den Monaten darauf geleistet haben.
Jimmy stand nicht weit vom Nordturm entfernt, als der einstürzte. Eine Million Tonnen Schutt, Staub überall in der Luft. Tausende Helfer waren dem komplett ausgesetzt. Monatelang.
„Was in dem Staub war? Niemand weiß es genau, aber es musste Asbest, Quecksilber, Zement sein. Eines der größten Probleme war, dass das Zementpulver in unsere Lungen und in unseren Magen gelangte.“
Zehn Jahre nach 9/11 erkrankt Jimmy an Krebs, über 200 Operationen hat er mittlerweile hinter sich. Und er ist nicht allein. Knapp 55 Tausend Menschen sind mittlerweile an Krebs erkrankt – Überlebende, Ersthelfer. Offiziell werden inzwischen 68 verschiedene Krebsarten auf die 9/11-Gifte zurückgeführt.
In dieser Woche erklärt die neue New Yorker Regierung: Die Behörden hätten damals vom Ausmaß der Luftverschmutzung gewusst. Und es vertuscht. Hunderttausende Dokumente sollen das belegen.
Denn bis die Regierung diesen Zusammenhang anerkannte, dauerte es damals 12 Jahre.
Über den sogenannten Victim Compensation Fund des US-Kongresses sollen Betroffene die medizinische und finanzielle Unterstützung und Entschädigung erhalten, die ihnen zusteht. Doch dass DER weiter finanziert wird, dafür mussten Aktivisten wie Bridget Gormley jahrelang kämpfen. Bridgets Vater, Feuerwehrmann William Gormley, verlor 2017 den Kampf gegen den Krebs. Ihr Aha-Moment, sagt sie.
„Es war meine Art, um meinen Vater zu trauern. Ich musste einfach etwas tun, damit es sich nicht so anfühlte, als wäre er umsonst gestorben.“
Mit Erfolg: Die Finanzierung des Programms steht bis mindestens 2092.
Eine Erleichterung für Menschen wie Jimmy Albrecht. Menschen, die am 11. September ihr Leben riskierten, um das anderer zu retten.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche