USA will Insel übernehmen„Finger weg von Grönland!” Schleswig-Holsteiner reagieren auf Trumps Pläne

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Michael Pinetzki, der stellvertretende Bürgermeister des schleswig-holsteinischen Grönlands
RTL Nord
von Dania Maria Hohn und Luisa Wiewgorra

Schleswig-Holsteiner in Sorge!
Der kleine Ort Grönland im Südwesten Schleswig-Holsteins bekommt aktuell so viel Aufmerksamkeit wie noch nie. Der traurige Grund: Trumps Pläne, das „große” Grönland zu annektieren. Die Gemeinde im Kreis Steinburg zeigt daher aktuell vor allem eines: Solidarität mit seinem Namensvetter!

Klare Worte an Trump

Den Weinladen des stellvertretenden Bürgermeisters des schleswig-holsteinischen Grönlands, Michael Pinetzki, ziert aktuell ganz groß: Eine Flagge Grönlands. Seine Botschaft: „Finger weg von Grönland!” Für Trumps Pläne hat er kein Verständnis: „Überhaupt dieses Großmachtstreben, sich ein Land nach dem anderen unter den Nagel reißen zu wollen. Wobei man ja wirklich nicht weiß, ob er das alles in die Tat umsetzt.”

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Die Ortschaft Grönland in Schleswig-Holstein: Ein kleiner Ort mit etwa 190 Einwohnern und großem Zusammenhalt!
RTL Nord

Dass sein kleiner Ort jetzt aufgrund des gleichen Namens aber in den medialen Fokus gerückt sei, sei zu viel des Guten: „Man kann hier im Grunde nichts anderes machen, als Solidarität zu zeigen, aber ansonsten finde ich das Thema eigentlich zu ernst, um da irgendwie so Klamauk draus zu machen”, bekräftigt Michael Pinetzki.

Video-Tipp: Was sind Trumps Pläne?

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Konflikt um Grönland verschärft sich

US-Präsident Donald Trump will Grönland, den autonomen Teil des Königreichs Dänemark, weiterhin annektieren. Dänemark will Grönland jedoch weder verkaufen noch abtreten, doch Trump bekräftigt weiter seinen vermeintlichen Anspruch auf die Insel. Mehrere europäische Länder, darunter auch Deutschland, sendeten am Donnerstag (15. Januar) Soldaten für eine Erkundungsmission nach Grönland. „Aus unserer Sicht ist der gemeinsame Flug ein starkes Zeichen unserer Geschlossenheit”, heißt es dazu aus dem Verteidigungsministerium.

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„Das ist für uns eine Bedrohung”

Auch für die Landesvorsitzende der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein (SSW), Sybilla Nitsch, ist es eine Zeit voller Verunsicherungen und Fragezeichen: „Weil wir halt auch einfach sehr fürchten, dass wir in eine Ordnung schlittern, die das Recht des Stärkeren sozusagen in den Vordergrund stellt”, erklärt sie. „Das ist für uns eine Bedrohung in unserem Selbstverständnis als Minderheit, aber auch in unserer politischen Ausrichtung.”

Für sie stehen die diplomatischen Verhandlungen im Vordergrund. „Grönland steht nicht zum Verkauf, Grönland entscheidet selbst, was sie wollen”, so die Landesvorsitzende.

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Keine wirtschaftlichen Folgen für den Norden

Auch wenn eine Übernahme Grönlands laut Experten wirtschaftlich keine Folgen für Schleswig-Holstein oder Deutschland haben würde, wäre es eine politische Neuordnung: „In Dänemark und in Grönland ist man wirklich sehr besorgt, weil man die Situation überhaupt nicht verstehen kann und dass auch ein Alliierter, also ein Partner, vom Freund zum Feind werden könnte”, sagt SSW-Landesvorsitzende Sybilla Nitsch. „Die Situation ist wirklich angespannt und die Unsicherheit macht sich in der Bevölkerung breit.”

Quellen: eigene RTL-Recherche