Verband Deutscher Reeder zu Angriff auf Iran„Wir haben mehrere Schiffe in der Region, die unmittelbar bedroht sind”

Viele Schiffe stecken aktuell mitten im Kriegsgebiet an der Straße von Hormus fest. Ein Teil dieser Route ist auf diesem Bild zu sehen. (Bild vom 19. Februar)
Viele Schiffe stecken aktuell mitten im Kriegsgebiet an der Straße von Hormus fest. Ein Teil dieser Route ist auf dem Bild zu erkennen. (Bild vom 19. Februar)
Kamran Jebreili/AP/dpa
von Katharina Steinhöfel und Lena Kruse

Sie stecken fest!
Auch der Persische Golf ist vom Krieg im Iran betroffen und und sorgt bei zahlreichen Seefahrern vor Ort für große Sorgen. Denn die müssen eigentlich mitten durch das aktuelle Kriegsgebiet. Auch für den Norden hat das deutliche Folgen.

Wichtigste Handelsroute faktisch gesperrt

Die Spritpreise explodieren und sorgen an zahlreichen Tankstellen für pure Verzweiflung. Denn rund ein Fünftel des Öls muss durch die Straße von Hormus, eine schmale Meerenge zwischen Iran und Oman, die als eine der wichtigsten Handelsrouten gilt. Ausgerechnet die liegt mitten im derzeitigen Kriegsgebiet und ist faktisch durch Iran gesperrt, um Druck auf den Westen auszuüben, die Angriffe zu stoppen.

Die Straße von Hormus gilt als bedeutender Seeweg für Öltanker.
Die Straße von Hormus gilt als bedeutender Seeweg für Öltanker.
The Visible Earth/NASA/dpa

Lese-Tipp: Preisexplosion an der Zapfsäule? Tanken so teuer wie seit zwei Jahren nicht

Eine Katastrophe, auch für den Verband Deutscher Reeder aus Hamburg. „Wir betrachten die Auseinandersetzung mit größter Sorge. Unsere Mitgliedsreedereien haben alle, die betroffen sind, Krisenzentren eingerichtet. Wir haben mehrere Schiffe in der Region, auch Passagierschiffe, die unmittelbar bedroht sind“, berichtet Martin Kröger, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder, im Gespräch mit RTL.

Engpässe werden kommen

Rund 100 Schiffe des Hamburger Vereins passieren täglich die Straße von Hormus, um dann vor allem die Häfen in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven anzusteuern und die Regionen mit wichtigen Gütern zu beliefern. „Natürlich spürt man das auch in der Lieferkette von Waren, von Energie, Transporten, alles Mögliche. Alles, was wir so zum täglichen Leben brauchen, kommt meistens über das Schiff. Das vergessen immer viele Leute“, erklärt Martin Kröger.

Lese-Tipp: Schock im Iran! Über 550 Zivilisten sterben bei Angriffen

Die Auswirkungen werden sich also auch bei uns immer mehr bemerkbar machen. „Es ist schwer zu sagen, was genau alles teurer wird. Aber am Ölpreis hängt relativ viel und Gaspreise sind auch mit gekoppelt. Das heißt, sie werden auf jeden Fall eine Auswirkung im Energiesektor sehen”, erläutert Martin Kröger im Gespräch mit RTL. Eine direkte Ausweichroute gibt es nicht, die Schiffe müssen also vorerst rund um den Persischen Golf ausharren, und sich vor möglichen Angriffen schützen.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Video-Tipp: Ölpreise steigen durch Nahost-Konflikt

Beide Seiten wollen weiter angreifen

Am Samstag (28. Februar) greifen die USA und Israel Iran militärisch an, um das Land militärisch zu schwächen und eine angebliche Bedrohung durch Iran zu verhindern. Wie es weitergeht ist unklar, denn insbesondere die USA und Israel stellen sich laut eigener Aussage auf ein tage- oder auch wochenlanges Feuer ein. Iran lehnt Verhandlungen bisher ab und reagiert, genau wie die USA und Israel, mit Raketen und Drohnenangriffen.

Quelle: Eigene RTL-Recherche