Dank Operation am GehirnParkinson-Patient (64) kann wieder sein Instrument spielen

Jürgen Kulp bläst sein Horn.
Von diesem Moment hat Jürgen Kulp lange geträumt.
RTL Nord

Er kann wieder das Horn spielen!
Dass er irgendwann wieder sein Instrument betätigen kann, damit hat Jürgen Kulp nicht mehr gerechnet. Seit fünf Jahren schränkt ihn seine Parkinson-Erkrankung ein. Doch genau das hat sich dank einer Operation jetzt endlich geändert.

Die Diagnose ändert sein Leben

Vor ein paar Jahren spielte der 64-jährige Jürgen Kulp noch in einem Blasorchester das Horn. Dann ändert sich sein Leben nach einer Diagnose um 180 Grad: Er hat Parkinson. „Ich kann das Instrument nicht mehr gerade halten, stillhalten”, erzählt Kulp im Interview mit RTL.

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Jürgen Külp liegt in einem Bett im Krankenhaus.
Jürgen Kulp setzt all seine Hoffnung in diese Operation.
RTL Nord

Nach der Diagnose bekommt Kulp Medikamente verschrieben. Erst werden die Symptome besser, doch nach zwei Jahren kommt der Tremor wieder. Ohne seine Medikamente, kommt er im Alltag kaum zurecht. „Wenn ich sie nicht genommen habe, dann merke ich, dass ich steif werde.” Warum die Krankheit ausbricht, ist bis heute nicht geklärt.

Im Video: Diese Operation ist nichts für schwache Nerven

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Die Ursache der Krankheit ist bis heute unklar

Bei Parkinson sterben schrittweise Nervenzellen im Gehirn ab. Das führt zu langsamen und versteiften Bewegungen, Zittern und Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen. „Man kann die Symptome behandeln, aber man kann die Ursache nicht wirklich behandeln oder rückgängig machen”, erklärt Dr. Charlotte Flüh, Oberärztin an der Universitätsmedizin Göttingen.

In der Regel werden Parkinson-Patienten erst medikamentös behandelt, doch wenn die Medikamente an ihre Grenzen kommen, „dann kommt eben die tiefe Hirnstimulation ins Spiel”, führt Dr. Flüh weiter aus. Dabei werden Elektroden in eine bestimmte Region des Gehirns eingesetzt. Die sind mit einem sogenannten Hirnschrittmacher verbunden, der kontinuierlich elektrische Impulse an die Elektroden schickt. So sollen die Symptome eingedämmt werden.

Parkinson26
Diese 16-Kontakt-Elektroden werden dem Parkinson-Patienten eingesetzt.
Universitätsmedizin Göttingen / Charlotte Flüh

Operation direkt am Gehirn

Seit Oktober 2025 werden dafür neue sogenannte 16-Kontakt-Elektroden benutzt. Die haben mehr Kontakte als herkömmliche Elektroden, für eine gezieltere Stimulation. Was nach einer guten Lösung klingt, ist aber keineswegs ungefährlich. Bei dieser Operation kann es zu psychischen und motorischen Nebenwirkungen kommen. Trotzdem entscheidet sich Jürgen Kulp für die Operation in einer Klinik in Kassel, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

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Diese Hoffnung ist für den 64-Jährigen wahr geworden. Die Operation verläuft gut und schon nach zweieinhalb Wochen spürt er Verbesserungen deutlich: „Schlafen [ist] 100 Prozent besser geworden, oder 200 Prozent.” Und nicht nur das, auch die Medikamente werden reduziert. Besonders eins bedeutet dem Parkinson-Patienten besonders viel: Er kann sein Instrument wieder spielen. In drei Monaten muss Kulp wieder nach Kassel, dann wird der Hirnschrittmacher noch einmal angepasst. Doch für ihn hat sich die Operation schon allemal gelohnt.

Verwendete Quelle: Eigene RTL-Recherche