Sie ist Teilnehmerin des Projekts „Inklusion in Kita-Teams”Arbeiten in der Kita – trotz geistiger Einschränkung! Für Lena (31) ist das jetzt möglich

„Ich bin jetzt auch in der Arbeitswelt angekommen und verdiene jetzt was Vernünftiges.”
Der Zugang zu sozialversicherungspflichtigen Berufen bleibt vielen Menschen mit Beeinträchtigung noch immer verwehrt oder ist mit Hürden verbunden. Das Projekt „Inklusion in Kita-Teams” aus Niedersachsen will das ändern und bringt Menschen mit Behinderung in Kita-Berufe auf den ersten Arbeitsmarkt. Lena Hartmann ist eine der ersten Teilnehmerinnen. Was sie an der Arbeit mit Kindern besonders freut, seht ihr im Video.

So lebt Lena ihren Kita-Alltag

„Um acht Uhr kommen wir alle an und um halb neun holen wir die Kinder von Bussen ab und dann bis neun ist ein Freispiel für die Kinder. Dann ist um 9:00 Uhr Frühstück und dann wieder Freispielen. Oder wir gehen raus”, gibt Lena Hartmann im RTL-Interview Einblicke in ihren Arbeitstag in einer Kita in Aerzen bei Hameln. Hier ist die 31-Jährige angehende Kita-Assistentin, hilft bei allem, was in der Tagesstätte anfällt.

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Bei der Arbeit mit den Kindern muss sie etwa „darauf achten, dass sie sich vertragen, wenn die sich streiten” aber etwa auch „die Spülmaschine aus- und einräumen.” Selbstverständlich ist das nicht, denn die 31-Jährige ist geistig eingeschränkt und hat eine Lese-Rechtschreib-Schwäche.

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Großteil der Teilnehmer hat schon einen Arbeitsvertrag

Dass sie nun in einer Kindertagesstätte arbeiten kann, hat sie dem Projekt „Inklusion in Kita-Teams“ des paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe zu verdanken. „Es gibt bereits Beschäftigungen für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt, allerdings noch nicht im pädagogischen Bereich. Und da setzt das Projekt quasi an”, erklärt Projektleiterin Melanie Scholz. „Kitastellen werden refinanziert. Dafür braucht es aber eben eine Qualifizierung, wie die Ausbildung zum Erzieher oder Erzieherin oder zur Sozialassistenz. Und dieser Weg für diese Ausbildung ist für Menschen mit Behinderung eben nicht gegeben. Und deswegen wollen wir mit diesem Projekt eine refinanzierte Stelle für diese Menschen schaffen.”

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Zehn Teilnehmer nehmen am ersten Durchgang des Projekts teil. Sieben von ihnen haben schon einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag bekommen. So auch Lena. „Auf jeden Fall bin ich selbstständiger und auch in manchen Momenten auch mutiger und selbstsicherer geworden. Und das hat mir einfach die Arbeit gegeben”, erklärt die 31-Jährige, die zuvor in einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen arbeitete. „Es macht mir einfach so viel Spaß, dass ich jetzt weiß, okay, ich bin jetzt auch in der Arbeitswelt angekommen und verdiene jetzt was Vernünftiges.“

Verwendete Quellen: RTL-Eigenrecherche