In zugeklebten KartonsWie Müll entsorgt! 23 Katzen am Friedhof ausgesetzt

Ihr Miauen war kaum noch zu hören.
Ein Passant entdeckt zwei zugeklebte Kartons. Darin liegen verängstigte Katzen, herzlos dem Tod ausgeliefert. Jetzt wird das ganze Ausmaß klar: Es sind noch mehr Tiere als zunächst gedacht. Die Suche nach dem Täter läuft.
Eingesperrt, vergessen, fast erstickt
Am Eingang eines Friedhofs in Bremen-Hemelingen stehen am Mittwochvormittag (8. April) zwei unscheinbare Kartons. Doch aus ihnen dringt ein leises, verzweifeltes Miauen. Als die Polizei die Pakete öffnet, bietet sich ein erschütterndes Bild: Insgesamt 23 Katzen, darunter 20 Jungtiere, zum Teil sogar neugeborene Kitten. Die Kartons sind mit Paketband verschlossen, nur wenige Luftlöcher lassen Sauerstoff hinein. Die Pappe ist bereits vom Urin aufgeweicht. Nur in einem Karton befindet sich etwas Katzenfutter.

Beim Öffnen der Kisten nutzt ein Muttertier den Moment und flieht panisch. Die anderen Katzen werden gerettet und zum Revier gebracht. Dort werden sie mit Futter versorgt. Danach bringen die Einsatzkräfte sie ins Tierheim Bremen.
Plötzlich noch mehr Tiere
Inzwischen ist die Zahl der geretteten Tiere sogar noch gestiegen! „Es sind mittlerweile 24, es wurden Gott sei Dank noch zwei Muttertiere gefunden. Es sind auch nicht nur Babys”, sagt Merle Oßmer vom Tierheim Bremen im Gespräch mit RTL. Ob eine der beiden Katzen die Mutter ist, die beim Fund panisch geflohen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. „Eine Mutter mit zwölf Kitten, eine Mutter mit vier Kitten und noch mal vier acht Wochen alte Katzen. Also wir haben mehrere Muttertiere und Jungtiere in verschiedenen Stadien.”
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Wie lange die Tiere in den Kartons eingesperrt waren, bleibt unklar. „Aber da die halt schon vollgepinkelt waren wahrscheinlich schon ein bisschen länger. Ein paar Stunden bestimmt”, erklärt Merle Oßmer.
Wie geht es den Katzen nach dieser Tortur? Merle Oßmer meint im RTL-Interview: „Ich habe nicht gehört, dass die irgendwas haben. Sie sind einfach nur verwirrt und die Kleinen sind natürlich ein bisschen erschöpft, aber die Mütter sind ja Gott sei Dank dabei.“
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Hoffnung auf ein neues Leben
Jetzt beginnt für die Katzen ein neuer Abschnitt. Im Tierheim bleiben sie zunächst gemeinsam mit ihren Müttern in Quarantäne, bis sie für ein neues Zuhause bereit sind. „Die werden hier alle dann gechipt, kastriert und geimpft und dann gehen sie in die Vermittlung.”

Während die kleinen Katzen langsam zu Kräften kommen, läuft draußen die Suche nach dem Verantwortlichen weiter. Bisher seien noch keine Hinweise eingegangen. Die Polizei Bremen ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche



