Soll das Tier freigelassen werden oder sterben?Wolf beißt Frau – Experte fordert Tötung

Für den Wolfsexperten ist es keine Option, den jungen Wolf in einem Tierpark einzusperren.
Für den Wolfsexperten ist es keine Option, den jungen Wolf in einem Tierpark einzusperren.

„Es wäre die vernünftigste Lösung, den Wolf zu töten.”
In Hamburg-Altona hat am Montagabend in einer belebten Einkaufsstraße ein Wolf eine Frau gebissen. Damit wurde in Deutschland nach Behördenangaben erstmals ein Mensch von einem Wolf angegriffen, seit sich dieser wieder in Deutschland ausgebreitet hat. Wolfsexperte Eckhard Fuhr spricht sich im RTL-Interview dafür aus, das Tier zu töten.

Panik in der Einkaufsstraße

„Ein dauerndes Leben in Gefangenschaft in einem Tierpark kann man diesem Wolf nicht zumuten“, sagt er im Gespräch mit RTL. Der Wolf sei vermutlich noch jung – knapp ein Jahr alt – und habe sich an das Leben in freier Wildbahn gewöhnt. „Solche Wölfe kann man nicht mehr an Gefangenschaftsverhältnisse gewöhnen. Das wäre Tierquälerei.“

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Die Alternative – das Tier wieder freizulassen – hält Fuhr für ebenso problematisch. „Das hängt von seinem Gesundheitszustand ab, er scheint ja sehr geschwächt zu sein. Und ob der sich dann in einem Gehege wieder erholt und zu Kräften kommt, würde ich bezweifeln.“ Unter dem Gesichtspunkt des Tierwohls sowie der öffentlichen Sicherheit sieht er nur eine vertretbare Lösung: „Es wäre die vernünftigste Lösung, den Wolf zu töten.“

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Der Wolf ist sicher untergebracht und wird derzeit tiermedizinisch versorgt. Über den weiteren Verbleib des Tieres wird die Behörde nun zeitnah und in enger fachlicher Abstimmung entscheiden, teilt die Hamburger Umweltbehörde mit.

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Wölfe verirren sich immer wieder in Städte

„Der Wolf hat Panik bekommen. Er ist offenbar tatsächlich in einer Situation gewesen, aus der er keinen Ausweg mehr gesehen hat“, sagt er. Möglicherweise habe er die Frau als Bedrohung empfunden und dann zugebissen.

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Er widerspricht dem gängigen Klischee, Wölfe hielten sich ausschließlich im tiefen Wald oder in der Wildnis auf. „Er halte sich dort auf, wo er leicht Nahrung finde. Deswegen kommt es immer wieder vor, dass Wölfe auch in Ballungsgebieten, in städtischen Gebieten, urbanen Zonen gesehen werden, sich dort bewegen, sich dort aber nicht dauerhaft niederlassen“, sagt Fuhr. In den meisten Fällen sei das auch unproblematisch. In diesem Fall in Hamburg seien viele Faktoren zusammengekommen, die dann zum Schluss zu dieser Eskalation geführt hätten.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen