Tag 3 der RettungsaktionViel Betrieb beim Ostsee-Buckelwal – doch der verhält sich plötzlich anders!

Ganz Deutschland bangt mit Timmy!
Es ist Tag 3 des Rettungsversuchs einer privaten Initiative für den Buckelwal vor Poel in der Wismarer Bucht (Mecklenburg-Vorpommern). Doch um die Sinnhaftigkeit gibt es weiter Diskussionen – auch, weil der Meeressäuger wieder sein Verhalten ändert.

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Am dritten Tag des privat organisierten Rettungsversuchs für den gestrandeten Buckelwal gehen die Arbeiten auf und vor der Insel weiter. Zwischen dem nahegelegenen Hafen in Kirchdorf und einer Arbeitsplattform auf dem Wasser pendelten am Samstagmorgen Arbeiter per Boot hin und her und brachten unter anderem Taucherequipment ins Einsatzgebiet.

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Am Morgen waren schon Behördenmitarbeiter mit Ferngläsern ausgestattet auf einem Polizeiboot in die Nähe des Wals gefahren, um die Rettungsaktion zu beobachten. Dabei ankerte das Polizeiboot nach Aussage eines Sprechers der Wasserschutzpolizei in einiger Entfernung. Per mitgeführtem Schlauchboot könne man gegebenenfalls noch dichter an das Tier fahren.

Rettungsaktion für den Buckelwal
Retter sind in der Nähe des Buckelwals vor der Insel Poel (Archivbild).
jbu, Jens Büttner/dpa, Jens Büttner

Am Vormittag lag der Buckelwal wieder eher ruhig in der Bucht. In regelmäßigen Abständen war seine Atmung anhand der Wasserfontänen zu beobachten. Am Vortag hatte das Tier zeitweise stark mit der Schwanz- und den Brustflossen geschlagen und sich leicht hin und her gedreht.

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Auch DLRG ist mit Schlauchbooten vor Ort

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) war schon am Freitagabend mit einem größeren Aufgebot nach Kirchdorf gekommen, nach Aussage eines Mitglieds, um gegebenenfalls Unterstützung zu leisten. Details nannte er nicht. Am Samstagvormittag begann die DLRG damit, Schlauchboote zu Wasser zu lassen.

Die private Rettungsinitiative selbst hält sich unterdessen bedeckt. Die beteiligte Tierärztin für Kleintiere und Leiterin eines Robbenzentrums auf Föhr, Janine Bahr-van Gemmert, verwies mehrfach auf ein geplantes Pressestatement. Wann und wie dieses gegeben werden soll, blieb unterdessen offen.

Nach früheren Angaben sollte zunächst Schlick im Bereich des Wals weggespült werden, um diesen dann mit Luftkissen anzuheben. Unter den Wal sollte dann eine zwischen Pontons – also schwimmende Plattformen –befestigte Plane geführt werden, mit der er angehoben werden soll.

Experten sicher: Buckelwal Timmy braucht Ruhe!

Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde.

Wie schon die vergangenen Tage stehen auch in der Nähe des Ortes Weitendorf-Hof Schaulustige hinter der eingerichteten Absperrung. Von dort ist der Wal besser zu sehen als vom Hafen in Kirchdorf. (nlu/dpa)

Verwendete Quellen: DPA