Dutzende Menschen kommen ums Leben, 100 VerletzteWie wurde die Bar „Le Constellation” zur tödlichen Feuerhölle?

Eine Proseccoflasche steht in der Nähe des Unglücksorts. Bei einem verheerenden Feuer in einer Bar im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana sind in der Silvesternacht nach Einschätzung der Polizei Dutzende Menschen ums Leben gekommen.
Eine Proseccoflasche steht in der Nähe des Unglücksorts. Bei einem verheerenden Feuer in einer Bar im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana sind in der Silvesternacht nach Einschätzung der Polizei Dutzende Menschen ums Leben gekommen.
APTN

Sie feiern das neue Jahr. Wenig später sind viele von ihnen tot.
Die Feuer-Katastrophe in der Bar „Le Constellation” in Crans-Montana (Schweiz) hat dutzende Menschen das Leben gekostet. Mehr als 100 sind zum Teil schwer verletzt. Das haben die Behörden am Neujahrsmorgen bekanntgegeben. Doch wie konnte es gegen 1.30 Uhr in dem Luxusladen zum tödlichen Inferno kommen? Ein früherer Besucher sagt Beunruhigendes.

Die Bar „Le Constellation”: Gab es Sicherheitsprobleme?

Die Bar wird im Netz als „The Place To Be” (Ein Ort, den man besuchen muss) bezeichnet. Das „Le Constellation” befindet sich mitten im Walliser Skigebiet Crans-Montana. Es wurde als Bar, Nachtclub sowie tagsüber als Café betrieben. Die Loungebar galt wohl als beliebter Hotspot in der Region. DOCH: Auf einer Bewertungsplattform im Internet gaben Nutzer der Bar schlechte Noten für Sicherheit. Das berichtet 20min.ch. Demnach erhielt der Luxusladen nur 6,5 von offensichtlich 10 möglichen Punkten.

Im Portal Blick.ch berichtet ein ehemaliger Gast der Bar, dass das Untergeschoss nur einen Flucht- und Zugangsweg gehabt haben soll. Möglicherweise seien dort die zulässigen Personenzahlen nicht kontrolliert worden, sagt er gegenüber Blick. Vor zwei Jahren habe er das Gefühl gehabt, dass bei einer Panik eine sichere Evakuierung schwierig gewesen wäre. „Ich dachte noch, wenn hier Panik ausbricht, wie würde ich wieder ans Tageslicht kommen?”, zitiert ihn die Zeitung.

Hat eine Geburtstagswunderkerze auf einer Champagner-Flasche das tödliche Feuer in der Bar ausgelöst?

Emma und Albane, zwei junge Französinnen, haben nach eigenen Angaben in der Feuernacht im „Le Constellation” gefeiert. Dem Sender BFMTV sagten sie: „Es herrschte absolute Panik, alle schrien.” Die beiden geben an, dass der Brand von einer „Geburtstagswunderkerze” ausgegangen sei, die Kellnerinnen auf Champagnerflaschen gestellt haben sollen. Sie soll die Decke in Brand gesetzt haben. Die Ausgangstür sei für die Menge zu klein gewesen. Das deckt sich mit der Erinnerung des früheren Gastes. Die Frauen schätzen, dass rund 200 Personen, darunter Minderjährige, im Alter von 15 bis 20 Jahren, anwesend waren.

Diese Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig prüfen oder bestätigen.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Wurden Spuren nach dem Brand im „Le Constellation” im Internet gelöscht?

AUFFÄLLIG: Das Silvesterprogramm des Ladens, das zuvor im Netz beworben worden sein soll, ist dort verschwunden. Das Instagram-Profil der Bar ist nicht mehr verfügbar. Wurde es noch in der Nacht gelöscht? Das Portal 20min.ch schreibt: „Bereits am frühen Morgen, noch bevor die letzten Opfer geborgen waren, waren die Facebook- und die Instagram-Seite der Bar bereits gelöscht, auf Google heisst es ,temporär geschlossen’. Waren die Verantwortlichen darum bemüht, Spuren zu verwischen?”

Auch bei Google Maps ist die Bar inzwischen verschwunden. Jemand scheint den Eintrag gelöscht zu haben.

Explosion bei Silvesterparty in Skiort in der Schweiz
Polizeibeamte sind in der Nähe des Bereichs zu sehen, in dem in der Bar und Lounge „Le Constellation” nach einer Explosion in den frühen Morgenstunden der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen ist.
Alessandro Della Valle/KEYSTONE/

Die Schweizer Zeitung Tagesanzeiger berichtet, das „Le Constellation” gehöre einem französischen Ehepaar aus Korsika. Das hätte das Lokal laut einer Fachzeitschrift in verfallenem Zustand erworben und vollständig selbst umgestaltet. Auf Bildern wirkt die Ausstattung edel. Die Bar mit Platz für rund 300 Menschen ist mit viel Holz ausgekleidet. Im Außenbereich gab es zusätzlich Platz für etwa 40 Gäste.

Feuer-Katastrophe im Skigebiet: Was wir wissen und was nicht! Alle aktuellen Informationen auf einen Blick

Verwendete Quellen: Blick, 20min, Tagesanzeiger, eigene RTL-Recherche