Widersprüche, Ungereimtheiten, alte DrogengeschichtenAngeklagter aus U-Haft entlassen! Überraschende Wende im Prozess um tödlichen Champagner in Weiden
Wende im Prozess um den Todes-Champagner von Weiden!
18 Monate saß der Niederländer Theo G. als Tatverdächtiger und Angeklagter in U-Haft – jetzt durfte er das Gefängnis verlassen. Das Landgericht Weiden (Bayern) sieht keinen dringenden Tatverdacht mehr. Der Prozess läuft aber weiter, am 6. März soll das Urteil gesprochen werden.
Richter: Kein dringender Tatverdacht mehr
Nachdem am Freitagnachmittag (27. Februar) der Hauptbelastungszeuge ausgesagt hatte, hat das Landgericht Weiden den Haftbefehl gegen Theo G. aufgehoben. Der Zeuge, ein 37-jähriger Pole, habe sich wenig erinnert und vor Gericht widersprüchliche Angaben gemacht – im Gegensatz zu seinen Aussagen während der Ermittlungen, heißt es.
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Die Beweislast sei zu dünn, um eine U-Haft weiterhin aufrechtzuerhalten, argumentierten die Verteidiger des Angeklagten. Das sah am Ende auch Richter Peter Werner so. Es lasse sich nicht beweisen, dass die Champagner-Flaschen jemals im Besitz des Angeklagten waren, sagte er. Die Konsequenz: Das Landgericht sieht keinen dringenden Tatverdacht mehr. Nach anderthalb Jahren U-Haft kam Theo G. auf freien Fuß. Zu den nächsten Verhandlungstagen wird er nicht aus dem Gefängnis vorgeführt, sondern kann allein anreisen. In dieser Woche soll noch ein Zeuge aussagen, dann könnten Plädoyers und das Urteil folgen.
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Der Niederländer soll mit einem ironischen Kommentar auf seine Freilassung reagiert haben: „Schade, morgen ist doch Schnitzeltag im Knast.“ Für die Opfer ist das wohl kaum zu ertragen. Und noch beunruhigender: Sieben der tödlichen Champagner-Flaschen sollen weiterhin irgendwo im Umlauf sein.
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Was war passiert? Am 12. Februar 2022 hatte eine Freundes-Runde im Restaurant „La Vita“ in Weiden (Bayern) eine Drei-Liter-Flasche „Moët & Chandon Ice Impérial“ bestellt. Nach wenigen Sekunden begann der Horror: Alle, die vom Schampus getrunken haben, brachen zusammen. Die Rettungskräfte fanden acht Opfer am Boden. Für Familienvater Harald Z. (52) kam jede Hilfe zu spät, er starb. Die anderen Personen wurden schwer verletzt und haben bis heute körperliche Einschränkungen.
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Später ergaben die Ermittlungen, dass in der blickdichten Flasche flüssiges, hochkonzentriertes Ecstasy (MDMA) war. Eine Drogenbande wollte den Stoff offenbar auf diese Weise transportieren und anschließend wieder herauslösen, um ihn weiterzuverkaufen. MDMA (3,4-Methylendioxy–N–methylamphetamin) ist geschmacksneutral und habe zusammen mit dem Alkohol eine „toxische Wirkung“ gehabt, so die Ermittler.

Im Jahr 2023 nahmen die Behörden Theo G. aus den Niederlanden fest. Er ist Logistiker und soll Teil einer Schmugglerbande sein. In Arnheim soll er ein Lagerhaus betrieben haben. Er selbst sagte zu Beginn des Prozesses, ihm seien die Flaschen gestohlen worden. Über diverse Kanäle, vor allem Onlineplattformen, gelangten sie schließlich in den deutschen Handel. Seit Dezember stand der 46-Jährige in Weiden vor Gericht, ihm werden unter anderem fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen.
Verwendete Quellen: RTL, Landgericht Weiden, BR
































