Jetzt spricht das insolvente UnternehmenGaleria sperrt Waren ab! Das steckt hinter dem Verkaufsstopp in mehreren Filialen

Die Regale sind voll, doch die Kunden dürfen die Waren darin nicht kaufen!
RTL.de hatte am Dienstag über den Verkaufsstopp in mehreren Filialen der insolventen Warenhauskette berichtet. Bademäntel, Handtücher, Haushaltswaren, zeitweise auch Playmobil – hinter Absperrband im Verkaufsraum weggesperrt. Die Kunden wundern sich, die Mitarbeiter sind in Sorge. JETZT melden sich Galeria und der Insolvenzverwalter. Und versuchen zu beruhigen. Dabei nimmt das Unternehmen derzeit auch keine Gutscheine mehr an.
Galeria in Köln: Bademäntel hinter rot-weißem Absperrband

Bademäntel hängen ordentlich aufgereiht an den Kleiderständern. Doch wer eines der Kleidungsstücke kaufen möchte, hat Pech! Rot-weißes Absperrband versperrt den Zugang zur Ware. Ein Schild erklärt: „Diese Ware ist vorübergehend vom Verkauf ausgeschlossen.“
Die Aufnahmen wurden RTL.de am Dienstag (13. Oktober) aus einer Galeria-Filiale in Köln zugespielt. Sie zeigen, dass Kunden derzeit nicht mehr alles kaufen können, was sie wollen. Auch aus Berlin und Magdeburg gibt es inzwischen entsprechende Berichte. In Leipzig melden Kunden RTL: Auch hier gibt es mehrere Verkaufsstopps!
Galeria nimmt keine Gutscheine mehr an: Verkaufsstopp seien aber „Einzelfälle”

Ein Galeria-Sprecher sagt Dienstagabend zu RTL: „Es handelt sich hier um absolute, temporäre Einzelfälle, die schätzungsweise nur 1 Prozent des Umsatzes betreffen.“ Der Geschäftsbetrieb von Galeria sei für die nächsten Monate gesichert, betont das Unternehmen. Wie das angesichts der teils groß abgesperrten Flächen zu erklären ist, bleibt offen. Ebenso, ob es Verkaufsstopps in allen der 83 Filialen gibt. Auch Gutscheine nimmt das Unternehmen derzeit nicht an.

Hintergrund des Verkaufsstopps: Viele Hersteller liefern ihre Produkte unter sogenanntem Eigentumsvorbehalt. Das bedeutet, dass die Ware bis zur vollständigen Bezahlung weiterhin dem Lieferanten gehören kann. Wird sie während eines Insolvenzverfahrens verkauft, stellt sich die Frage, wem die Einnahmen zustehen.
Für die Lieferanten geht es dabei möglicherweise um viel Geld. Sie wollen verhindern, dass die Erlöse in der Insolvenzmasse landen und sie am Ende auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Solange keine Einigung mit dem Insolvenzverwalter erzielt wird, können betroffene Artikel deshalb vorübergehend aus dem Verkauf genommen werden.
Galeria ist zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren insolvent
Erst am 2. Oktober hatte Galeria beim Amtsgericht Düsseldorf erneut Insolvenz angemeldet. Es ist bereits die vierte Insolvenz innerhalb von sechs Jahren.
Immerhin gibt es für die Beschäftigten inzwischen eine gute Nachricht: Die Bundesagentur für Arbeit hat Insolvenzgeld für viele Mitarbeiter der Warenhauskette bewilligt. Der Insolvenzverwalter sieht die Firma für das wichtige Weihnachtsgeschäft jetzt „stabil aufgestellt”.
Das Geld werde jedoch nur für 9.650 Beschäftigte gezahlt. Insgesamt beschäftigt Galeria derzeit 11.250 Mitarbeiter, allerdings läuft für einen Teil – etwa die Gastronomie- und Lebensmittelsparte – ein separater Insolvenzantrag.
Der Insolvenzverwalter zu RTL: „Auf dieser Basis gilt es, den Geschäftsbetrieb verlässlich fortzuführen und die strategischen Optionen für Galeria auszuloten. Für das enorme Engagement und Vertrauen aller Beschäftigten sowie die konstruktive Herangehensweise wichtiger Beteiligter wie etwa der Lieferanten, Finanzierer sowie Arbeitnehmervertreter und auch der Agentur für Arbeit bedanke ich mich ausdrücklich.”
Ob alle Lieferanten so optimistisch sind? Der Verkaufsstopp lässt diese Frage offen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche/ Statement Galeria/ Statement Insolvenzverwalter


