Kaufhaus-Krise trifft KundenGaleria sperrt Waren ab! Was steckt hinter dem Verkaufsstopp?

Verkaufsstopp bei Galeria Kaufhof: Diese Bademäntel dürfen Kunden in Köln aktuell nicht mehr kaufen
Verkaufsstopp bei Galeria Kaufhof: Diese Bademäntel dürfen Kunden in Köln aktuell nicht mehr kaufen
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Die Regale sind voll, doch die Kunden dürfen nicht zugreifen!
Nach der erneuten Insolvenz von Galeria sind erste Waren in den Kaufhäusern mit Absperrband gesichert. Exklusive Videoaufnahmen, die RTL.de aus einer Kölner Filiale vorliegen, zeigen: Dort sind Produkte vom Verkauf ausgeschlossen. Kunden und Mitarbeiter schildern: Auch in anderen der 83 Filialen gibt es Probleme.

Galeria in Köln: Bademäntel hinter rot-weißem Absperrband

Bademäntel hängen ordentlich aufgereiht an den Kleiderständern. Doch wer eines der Kleidungsstücke kaufen möchte, hat Pech! Rot-weißes Absperrband versperrt den Zugang zur Ware. Ein Schild erklärt: „Diese Ware ist vorübergehend vom Verkauf ausgeschlossen.“

Die Aufnahmen wurden RTL.de am Dienstag (13. Oktober) aus einer Galeria-Filiale in Köln zugespielt. Sie zeigen, dass die Verkaufsbeschränkungen bei der insolventen Warenhauskette offenbar nicht auf einen einzelnen Standort begrenzt sind. Denn auch aus Berlin und Magdeburg gibt es inzwischen entsprechende Berichte.

Nicht nur Köln: Auch Playmobil und Geox bei Galeria betroffen

Blick auf die Galeria Filiale „Galeria Kaufhof an der Kö“.
Blick auf die Galeria Filiale „Galeria Kaufhof an der Kö“: Es sieht düster aus für die Warenhauskette und ihre Mitarbeitenden (Archivfoto)
picture alliance/dpa / Rolf Vennenbernd

Laut Bild sind in einer Galeria-Filiale in der Hauptstadt ganze Warenbereiche abgesperrt. Betroffen ist demnach unter anderem die komplette Playmobil-Abteilung. Auch Schuhe des Herstellers Geox, Schreibwaren und weitere Spielzeugartikel dürfen dort derzeit nicht verkauft werden. RTL weiß: Zumindest der Verkaufsstopp für Playmobil wurde zwischenzeitlich aufgehoben.

Zumindest Playmobil scheint es derzeit wieder bei Galeria zum Kauf zu geben
Zumindest Playmobil scheint es derzeit wieder bei Galeria zum Kauf zu geben
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Der Hintergrund: Viele Hersteller liefern ihre Produkte unter sogenanntem Eigentumsvorbehalt. Das bedeutet, dass die Ware bis zur vollständigen Bezahlung weiterhin dem Lieferanten gehören kann. Wird sie während eines Insolvenzverfahrens verkauft, stellt sich die Frage, wem die Einnahmen zustehen.

Für die Lieferanten geht es dabei möglicherweise um viel Geld. Sie wollen verhindern, dass die Erlöse in der Insolvenzmasse landen und sie am Ende auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Solange keine Einigung mit dem Insolvenzverwalter erzielt wird, können betroffene Artikel deshalb vorübergehend aus dem Verkauf genommen werden.

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RTL.de fragt bei Galeria nach – Unternehmen antwortet nicht

Wie groß das Problem inzwischen ist, bleibt unklar. RTL.de hat Galeria deshalb mit den Verkaufsbeschränkungen konfrontiert. Eine Antwort von Galeria auf die Fragen liegt RTL.de bislang nicht vor.

Galeria ist zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren insolvent

Erst am 2. Oktober hatte Galeria beim Amtsgericht Düsseldorf erneut Insolvenz angemeldet. Es ist bereits die vierte Insolvenz innerhalb von sechs Jahren.

Immerhin gibt es für die Beschäftigten inzwischen eine gute Nachricht: Die Bundesagentur für Arbeit hat Insolvenzgeld für viele Mitarbeiter der Warenhauskette bewilligt. Der Insolvenzverwalter sieht die Firma für das wichtige Weihnachtsgeschäft jetzt „stabil aufgestellt”.

Das Geld werde jedoch nur für 9.650 Beschäftigte gezahlt. Insgesamt beschäftigt Galeria derzeit 11.250 Mitarbeiter, allerdings läuft für einen Teil – etwa die Gastronomie- und Lebensmittelsparte – ein separater Insolvenzantrag.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche/ Bild/ dpa