US-Senator Lindsey GrahamTrump-Verbündeter stirbt überraschend mit 71 Jahren

Er war ein einflussreicher Republikaner: Nun ist der US-Senator Lindsey Graham im Alter von 71 Jahren gestorben. Die republikanische Partei verliert damit einen scharfen Kritiker des Kreml.
Der einflussreiche US-Senator Lindsey Graham ist tot. Dies gab sein Büro auf X bekannt. Der eng mit US-Präsident Donald Trump verbündete republikanische Politiker starb nach einer „kurzen und plötzlichen Erkrankung“. Er wurde 71 Jahre alt.
In der Erklärung zu seinem Tod hieß es, seine Familie bedanke sich „bei allen, die für sie beten“. Sie bitte „um Respekt für ihr Privatleben in dieser extrem schwierigen Zeit“.
Graham vertrat seit 2003 den US-Bundesstaat South Carolina im US-Senat. Von 2019 bis 2021 war er Vorsitzender des Justizausschusses des Senats. Graham war unter anderem häufiger Gast auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Im Februar trat er am Rande der Konferenz bei einer Großveranstaltung der iranischen Exil-Opposition auf.
Graham war nach US-Medienberichten gerade von einer Reise aus der Ukraine zurückgekehrt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte dem Republikaner am Freitag auf X für seinen zehnten Besuch in dem von Russland angegriffenen Land gedankt und Aufnahmen von dem Treffen verbreitet. Für diesen Sonntag war bei NBC News eigentlich ein Interview mit ihm geplant, wie der Sender berichtete.
US-Präsident nannte Graham auf seiner Plattform Truth Social „einen der großartigsten Menschen und Senatoren“, die er je gekannt habe. „Er war stets im Einsatz und ein wahrer amerikanischer Patriot. Lindsey wird uns sehr fehlen!“
Graham vertrat in der Außenpolitik eine harte Linie gegenüber Russland und dem Iran. Noch am Samstag hatte sich Graham gemeinsam mit einem republikanischen und zwei demokratischen Kollegen auf verschärfte Sanktionen gegen Russland geeinigt.
Gerade in seiner Politik gegenüber dem Kreml setzte sich Graham klar von Trump ab: Kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die gesamte Ukraine 2022 rief Graham die Russen zur Ermordung von Kremlchef Wladimir Putin auf. „Irgendwer in Russland“ müsse jetzt aktiv werden „und diesen Typ aus dem Weg schaffen“, forderte er bei Fox News. Laut CNN sagte er damals auch, Trump habe einen Fehler gemacht, als er Putin ein Genie nannte. „Putin ist kein Genie. Er ist ein Kriegsverbrecher.“
Verwendete Quellen: ghö/AFP/dpa


