Nach tagelangem Bangen! Ostsee-Buckelwal hat sich von Sandbank befreit – wie die Rettungsaktion jetzt weitergeht
Der seit Tagen auf einer Sandbank festsitzende Wal ist frei!
Am Freitagmorgen (27. März) ist der Wal auf einmal von der Sandbank verschwunden. Nach kurzer Suche entdecken die Einsatzkräfte den Meeressäuger in der Lübecker Bucht, unweit von der Sandbank, auf der er gestrandet war. Nun versuchen Boote, ihn aufs offene Meer zu begleiten, das erweist sich allerdings als schwierig – der Wal hat seinen eigenen Kopf.
Boote begleiten Wal erstmal aus der Bucht
Wie Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatischen Wildtierforschung bestätigt, ist der Wal noch einmal an der Sandbank entlang geschwommen. Jetzt wird er mit Booten aus der Bucht begleitet, damit er nicht wieder strandet: „Der Wal ist schon ein ganzes Stück draußen jetzt“, sagt die Forscherin im RTL-Interview. Sie hofft, dass der Wal noch etwas weiter geleitet werden kann. Die Boote fahren hinter dem Meeressäuger her; sollte er zu weit in die eine Richtung driften, würden die Einsatzkräfte ihn per Boot mit genug Abstand wieder auf den richtigen Weg drängen. So leicht macht der Säuger es den Einsatzkräften allerdings nicht.
Ziel ist die Nordsee – Das erweist sich als schwierig
Aktuell ist der Plan, den Wal Richtung Nordsee zu treiben: „Also tatsächlich ist es so, dass zugesichert wurde, dass die Polizeiboote das Tier bis nach Dänemark geleiten würden“, so Groß. Auch wenn es in der Nacht schwierig werden würde. „Im Moment sieht es sehr gut aus. Er taucht, er schwimmt frei, also von der Warte her erst mal positiv.“
Kurz nach dem Interview schwimmt der Wal allerdings wieder in die Lübecker Bucht zurück, der Geleitschutz erweist sich offenbar als schwierig. Zwei Boote der Wasserschutzpolizei Lübeck-Travemünde, mit Experten an Bord, behalten den Säuger im Auge und versuchen weiterhin, ihn in die richtige Richtung zu treiben.
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In der Nacht ins offene Meer
Am Donnerstagabend (26. März) war es fast gelungen, nur noch ein kleines Stück hätte gefehlt, damit sich der Wal in die Fahrrinne drehen und ins offene Meer schwimmen kann, doch es passiert nicht. Walexperte Robert Marc Lehmann, der zeitweise in Tauchausrüstung bei dem Tier ist, um es zu beruhigen, hatte gestern noch mit einem der Baggerfahrer gesprochen: „Wenn wir Glück haben, ist er morgen weg“, erinnert sich Lehmann – „hatten wir Glück!“, schiebt er im Interview am Freitagmorgen (27. März) hinterher.
Video-Tipp: Buckelwal auf der Sandbank

Helfer versuchten tagelang, den Wal zu befreien
Der Buckelwal war Montagmorgen (23. März) auf einer Sandbank entdeckt worden. Tagelang wurde versucht, das Tier zu befreien. So war etwa am Dienstag (24. März) ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. Am Donnerstag (27. März) dann, wurde mit einem Schwimmbagger eine Rinne ausgehoben. Durch diese ist der Meeressäuger nun mutmaßlich davon geschwommen.

Schweres Gerät
Meter um Meter hatte sich der Wal am Abend durch diese Rinne gekämpft. Auch ein größerer Bagger konnte schließlich von Land aus eingreifen, nachdem ein Damm aufgeschüttet worden war, um das schwere Gerät in Reichweite zu bringen.
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Das Tier zeigte sich aktiver als in den Tagen zuvor. Die Helfer versuchten, es am Abend auch mit Lärm zu animieren – durch Hupen, Trommeln oder Rufen. Auch das Tier selbst gab immer wieder lautes Brummen von sich. Am Ende hätten am Abend nur noch wenige Meter bis ins tiefere Wasser gefehlt, sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, als die Aktion wegen der Dunkelheit abgebrochen wurde.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, dpa


