Dieser „Spaß“ endet teuer!Schiffshorn weckt schlafenden Eisbär – saftige Bußgeld-Strafe

Kurz gehupt, teuer bezahlt!
Weil jemand auf Spitzbergen einen schlafenden Eisbären mit einem Schiffshorn geweckt hat, muss er nun ein Bußgeld in Höhe von rund 4.500 Euro bezahlen. Der Vorfall wurde als vorsätzliche Störung eingestuft.
Schiffshorn weckt Eisbären auf Spitzbergen
Eine Person muss mehr als 4.500 Euro Strafe zahlen, weil sie auf der norwegischen Polarinsel Spitzbergen einen Eisbären geweckt hat. Das teilte der oberste Beamte der Insel am Donnerstag (13. August) in einer Pressemitteilung mit. Die Identität der Person wurde nicht bekannt gegeben.
Lese-Tipp: Erster Fall in Europa! Vogelgrippe-Virus bei Eisbären auf Spitzbergen entdeckt
Demnach befand sich im August ein Schiff im Lomfjord im nördlichen Teil der Insel. Dort wurde ein schlafender Eisbär an Land beobachtet. Eine Person an Bord betätigte dann die Schiffssirene, wodurch das Tier aufwachte und sich an einen anderen Ort begab. Andere Personen an Bord des Schiffes meldeten den Vorfall dem obersten Beamten.
Video-Tipp: Arktis-Workout! Eisbär pumpt vor der Kamera – seltenes Verhalten gefilmt
Bußgeld-Strafe für hupenden Schiffsführer
Der oberste Beamte bewertete die Handlung als vorsätzliche Störung des Eisbären. Er verhängte gegen die Person ein Bußgeld von 50.000 norwegischen Kronen (ca. 4.500 Euro) wegen Verstoßes gegen das Spitzbergen-Umweltschutzgesetz. Das Bußgeld wurde bereits bezahlt. Spitzbergen, in Norwegen Svalbard genannt, ist eine Inselgruppe im Nordatlantik und gehört zum Königreich Norwegen, liegt allerdings hunderte Kilometer weit weg vom Festland. Die Fläche ist in etwa doppelt so groß wie Belgien.
Lese-Tipp: Randalierer verwüsten Tiergehege im Karlsruher Zoo

Eisbären gehören zu den größten Raubtieren der Erde und stehen seit 1973 unter internationalem Schutz. Die Population in der Region Spitzbergen und der Barentssee wird auf etwa 3000 Bären geschätzt, von denen etwa 300 das ganze Jahr über auf Spitzbergen bleiben.
Eisbär-Störungen generell verboten
Das Spitzbergen-Umweltschutzgesetz verbietet es generell, Eisbären zu stören. Menschen müssen mehrere Hundert Meter Abstand zu den Tieren einhalten. Dennoch kommt es immer wieder zu Begegnungen, bei denen es laut der Verwaltung Spitzbergens auch Todesfälle gegeben hat.
Die Verwaltung rät daher, Begegnungen mit Eisbären zu meiden und sich mit örtlichen Vorschriften und Ratschlägen vertraut zu machen. Es wird zudem empfohlen, eine Schusswaffe bei sich zu tragen, wenn man sich außerhalb von Ortschaften bewegt. Besuchern wird dringend geraten, an organisierten Touren mit erfahrenen, ortskundigen Reiseleitern teilzunehmen. (fkl)
Dieser Artikel erschien zuerst im Stern (Stern ist ein Teil von RTL).


