Fariba musste als Mann verkleidet trainierenMit Steinen beworfen, aus Afghanistan geflohen: Jetzt holt sie Radfahr-Silber!

Fariba Hashimi
Der Geschmack der Gerechtigkeit: Fariba Hashimi feiert ihren zweiten Platz bei den Asienspielen.
Reuters

Ein Stück Silber gegen all das, was zu Hause schiefläuft.
Die afghanische Radsportlerin Fariba Hashimi gewinnt bei den Asienspielen Silber im Straßenrennen. Heute lebt und trainiert sie als Profi in Italien – trotzdem fährt sie bei internationalen Wettkämpfen für ihr Heimatland, in dem sie per Gesetz nicht einmal an eine weiterführende Schule gehen dürfte.

Eine Medaille gegen alle Widerstände

Fariba Hashimi hat eine Geschichte geschrieben, die weit über den Radsport hinausgeht. Die 23-Jährige gewann bei den Asienspielen in Japan Silber im Straßenrennen der Frauen – und sorgte damit für die erste Medaille einer Afghanin bei den Asienspielen seit 2002.

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Im Straßenrennen der Frauen fuhr Hashimi nahe Nagoya nach 2:50:05 Stunden auf Rang zwei. Sie kam zeitgleich mit der chinesischen Siegerin Guo Li ins Ziel, musste sich ihr im Zielsprint aber geschlagen geben. Bronze gewann die Hongkongerin Leung Wing Yee. Doch für Hashimi ist der zweite Platz bei den Spielen in Aichi-Nagoya weit mehr als ein sportlicher Erfolg.

„Sie haben uns alles genommen“

Die Radsportlerin wuchs zusammen mit ihrer älteren Schwester Yulduz in Afghanistan auf und begann mit ihr schon früh mit dem Radsport. Doch für Frauen war das Training dort alles andere als selbstverständlich: Die beiden wurden nach eigenen Angaben beschimpft und angegriffen. Um überhaupt trainieren zu können, verkleidete sich Fariba Hashimi zeitweise als Mann und verdeckte ihr Gesicht.

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„Wenn sie mich erkannt haben, haben sie versucht, Steine zu werfen oder mich zu schlagen“, erzählt die Radsportlerin.
Nach der Machtübernahme der islamistischen Taliban 2021 flohen die Schwestern aus Afghanistan. Fariba Hashimi lebt und trainiert heute im Exil in Italien, ihre Schwester Yulduz fährt ebenfalls als Profi Rad.

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Eine Botschaft an Afghanistans Frauen

Nach der Medaille widmet die 23-Jährige ihren Erfolg den Frauen in Afghanistan. Sie hofft, dass ihre Geschichte Mädchen und Frauen in ihrer Heimat Mut macht, an ihren Träumen festzuhalten: „Ich wurde in einem Land geboren, in dem Frauen, die träumen, angegriffen werden. Ich bin sehr glücklich, dass ich dagegen gekämpft habe.“ Ihre Medaille stehe für die Widerstandskraft afghanischer Frauen.

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Die junge Afghanin startete bereits gemeinsam mit ihrer Schwester bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Jetzt hat sie ihrer außergewöhnlichen Laufbahn ein weiteres Kapitel hinzugefügt: Von heimlichen Trainingsfahrten im Schutz einer Männerkleidung bis aufs Podium der Asienspiele.

Verwendete Quellen: Olympics.com ,  Kicker