Polizei jagt Schützen auf Techno-PartyTragödie in der Schweiz: Deutsche Frau bei Schüssen verletzt

Polizisten sichern das Gelände rund um die Pferderennbahn Schachen ab. Bei einer Veranstaltung im schweizerischen Schachen sind in der Nacht Schüsse gefallen. +++ dpa-Bildfunk +++
Polizisten sichern das Gelände rund um die Pferderennbahn Schachen ab. Bei einer Veranstaltung im schweizerischen Schachen sind in der Nacht Schüsse gefallen. +++ dpa-Bildfunk +++
picture alliance/dpa/KEYSTONE / Michael Buholzer

Auf einem Technofestival in der Schweiz fallen am Sonntag tödliche Schüsse. Eine junge Italienerin überlebt den Angriff nicht, fünf weitere Menschen werden verletzt. Die Polizei fahndet nach einem oder mehreren Schützen.

Unter den durch Schüsse bei einem Technofestival in der Schweiz verletzten Opfern ist auch eine deutsche Frau. Das teilte die Aargauer Kantonspolizei nach Angaben der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am späten Abend mit. Bei den anderen vier Verletzten handele es sich um Schweizer Männer. Die leicht bis schwer verletzten Opfer seien in Krankenhäuser gebracht worden. Sie seien 24 bis 31 Jahre alt. Durch die Schüsse war am frühen Sonntagmorgen eine 22-jährige Italienerin getötet worden.

Ein oder mehrere Täter hatten den Angaben zufolge zahlreiche Schüsse aus mindestens zwei Waffen abgegeben. Es seien unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten. Die Polizei teilte am Abend weiter mit, nach dem oder den Tätern werde nach wie vor intensiv gefahndet. Das Motiv für die Tat sei noch unklar. Die Polizei geht davon aus, dass es sich entweder um einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu handelt. An den Ermittlungen sind Schweizer Behörden sowie Ermittler aus dem nahen Ausland beteiligt.

Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3500 Besucher erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Augenzeugen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien. Da der Ernst der Lage laut Polizei sofort deutlich wurde, rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot aus. Zum Zeitpunkt der Schüsse hielten sich demnach noch weit über 100 Personen auf dem Festivalgelände auf.

Der Vorfall spielte sich bei einem seit Jahren etablierten Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins ab - etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Das italienische Todesopfer wohnte in der Region.

Die Ermittler baten darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. An den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen war routinemäßig auch die Polizei auf deutscher Seite beteiligt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg sagte. Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze, eine Flucht bis nach Deutschland dauert nach Polizeiangaben von Aarau aus nur etwa 40 Minuten.

Verwendete Quellen: mwa/dpa