Besondere Geste auf SardinienLetzter Wunsch der Mutter! Tochter bringt 40 Kilo Strandsand zurück

Weil am Ende jedes Sandkorn zählt.
Es war ein Versprechen, das Silvia Ferrari ihrer Mutter noch zu Lebzeiten gegeben hat. Jahrzehnte nachdem ihre Familie rund 40 Kilogramm Sand vom sardischen Traumstrand Is Arutas mitgenommen hat, kehrt das außergewöhnliche Urlaubssouvenir nun an seinen Ursprungsort zurück.
50 Jahre lang lag der Sand im Familiengarten
„Ich war etwa 15 Jahre alt, als wir während eines Urlaubs im Wohnwagen Is Arutas entdeckten und davon begeistert waren“, erzählt Silvia Ferrari in Südtirol News. In den 1970er-Jahren entdeckte die Familie den berühmten Strand Is Arutas an der Westküste Sardiniens. Die einzigartigen, vom Meer rund geschliffenen Quarzkörner beeindruckten sie so sehr, dass sie gleich mehrere Eimer davon als Erinnerung mit nach Norditalien nahmen. Damals gab es weder ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein noch die heutigen strengen Schutzvorschriften. Der Sand wurde anschließend Teil eines Zen-Gartens und blieb dort fast ein halbes Jahrhundert lang liegen.
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Ein letzter Wunsch der Mutter
Erst viele Jahre später erfuhr Silvias Mutter Valeria, dass das Mitnehmen von Sand nicht nur verboten ist, sondern den empfindlichen Küsten schadet. Seitdem ließ sie der Gedanke nicht mehr los. „Bevor sie starb, hatte sie mich mehrmals gebeten, nach Sardinien zurückzukehren, um das zurückzugeben, was sie mitgenommen hatte“, erinnert sich Silvia Ferrari. Am 9. Juli hat sie in Begleitung ihres Ehemanns den letzten Wunsch ihrer Mutter tatsächlich erfüllt.

Für die Gemeinde Cabras, zu der Is Arutas gehört, ist die Geste weit mehr als nur die Rückgabe einiger Säcke Sand. Umweltdezernent Carlo Carta sprach von einem wichtigen Zeichen. Wer den Sand zurückbringe, erkenne an, dass dieses Naturerbe allen gehöre und gemeinsam geschützt werden müsse.
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Mitnehmen kann teuer werden
Ganz so einfach wie früher ist das Sammeln von Sand auf Sardinien heute ohnehin nicht mehr. Die Behörden kontrollieren an Flughäfen und an beliebten Stränden regelmäßig das Gepäck von Urlaubern. Erst kürzlich wurden dabei nach Angaben der Behörden mehr als vier Tonnen Sand, Steine und Muscheln sichergestellt und anschließend an die Küste zurückgebracht.
Das Mitnehmen von Sand kann auf Sardinien teuer werden. Nach dem Regionalgesetz drohen Bußgelder zwischen 500 und 3.000 Euro. Wer größere Mengen entnimmt, muss sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Die Rückgabe der 40 Kilogramm wird die Probleme der Insel zwar nicht lösen. Für die Verantwortlichen ist sie dennoch ein Symbol dafür, dass sich das Bewusstsein vieler Menschen verändert hat – und dass selbst nach Jahrzehnten ein Fehler noch wiedergutgemacht werden kann.
Verwendete Quellen: Südtirol News


