RTL darf Sky ohne Auflagen übernehmen„Wir stellen unsere Zuschauer in den Mittelpunkt unseres Handelns”

RTL-CEO Stephan Schmitter freut sich in „RTL Aktuell” über die Entscheidung der EU-Kommission. RTL darf Sky übernehmen.
RTL-CEO Stephan Schmitter freut sich in „RTL Aktuell” über die Entscheidung der EU-Kommission. RTL darf Sky übernehmen.
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„Wir ham’s!”
RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter (51) freut sich für die Zuschauerinnen und Zuschauer: Denn RTL darf Sky übernehmen. Das hat die EU-Kommission entschieden. Was das fürs TV-Programm und das Streaming bedeutet, erklärt der RTL-Boss.

TV- und Streaming-Sensation mit viel Fußball

Am Mittwochabend gab die EU-Kommission grünes Licht für den Mega-Deal. Minuten später steht RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter im Studio von „RTL Aktuell” und kündigt den Zuschauern im Gespräch mit Moderatorin Roberta Bieling erste Einzelheiten an: „Die Bundesliga, das liebste Kind der Deutschen, ist in dieser Kombination auch bei uns. Und wir werden so viele Spiele wie nie zuvor der 1. und der 2. Bundesliga im Free-TV zeigen. Wir werden den DFB-Pokal auf RTL+ und bei Sky haben, also auf beiden Portalen. Und wir werden die Europa League auch zu Sky rübergeben. Die wird es dann auf RTL+ und Sky geben.” Mehr werde man in den nächsten Wochen Schritt für Schritt bekannt geben.

Schmitter sagte in der Sendung „RTL Aktuell” weiter: „Es ist ein riesiger Meilenstein für das Unternehmen, für die Firma. Und eine unglaubliche Chance. Wir haben zum Start zwölf Millionen Abonnenten.” Damit habe man Augenhöhe zu Netflix, Amazon und YouTube. „Es ist extrem wichtig, dass es jetzt ein Gegengewicht zu den amerikanischen Streaming-Plattformen gibt. Das ist wichtig für den Medienstandort Deutschland.”

Das gesamte Gespräch mit Stephan Schmitter und „RTL Aktuell”-Moderatorin Roberta Bieling seht ihr im Video.

In einer Mitteilung sagte Schmitter außerdem: „Unser Ziel ist es, dem Publikum über alle Kanäle hinweg ein innovatives und überzeugendes lokales Angebot zu bieten – von unabhängigen Nachrichten über Premium-Unterhaltung bis hin zu Live-Sport. Wir wollen spannende Inhalte für alle Budgets und Fanherzen liefern und dabei unsere Zuschauer in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen. Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit den großartigen Teams in München und Köln die Zukunft des Streamings zu gestalten.“

Alle Einzelheiten in Ruhe zum Nachlesen: RTL darf Sky übernehmen

Die RTL Group darf Sky Deutschland übernehmen. Gut zehn Monate nach der Ankündigung des Übernahmeplans hat die EU-Kommission uneingeschränkt grünes Licht für das Geschäft gegeben.

Die EU-Kommission prüft bei Fusionen und Übernahmen großer Unternehmen im Europäischen Wirtschaftsraum regelmäßig, ob wettbewerbsrechtliche Bedenken bestehen. Im Fall von RTL und Sky stellte die Behörde „nach sorgfältiger Prüfung” fest, dass die Transaktion den Wettbewerb „nicht erheblich verringern würde” und genehmigte sie ohne Auflagen.

„Die Transaktion ermöglicht es etablierten europäischen Mediengruppen, ihre Position in einer Zeit des Branchenwandels zu festigen, in der sie zunehmend unter Druck von globalen Streaming-Plattformen stehen”, teilte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera mit. Durch die Bündelung ihrer Kompetenzen seien RTL und Sky besser gerüstet, um in diesem sich rasant verändernden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Abschluss der Transaktion wird für den 1. Juni 2026 erwartet, wie Bertelsmann mitteilte. RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter soll das kombinierte Unternehmen nach Abschluss der Transaktion führen. Man erwarte Synergien von jährlich rund 250 Millionen Euro.

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RTL will sein Abonnementgeschäft ausbauen

Im Juni 2025 hatte die RTL Group ihre Pläne zur Übernahme von Sky Deutschland vorgestellt. Ziel des Zusammenschlusses ist es, die Marktposition im deutschen Streaming- und TV-Geschäft gegenüber großen US-Anbietern zu stärken. Durch die Integration von Sky will RTL außerdem sein Abonnementgeschäft ausbauen und unabhängiger vom klassischen TV-Werbemarkt werden, der weiter unter Druck steht.

Die RTL Group setzt zunehmend auf digitale Abo-Modelle, um den Rückgang klassischer Werbeerlöse im linearen Fernsehen auszugleichen. Dazu wurde auch das Angebot von RTL+ weiterentwickelt – etwa durch neue Bündelangebote wie die Kooperation mit HBO Max, die über die Vermarktungstochter AdAlliance vertrieben wird. Der zu Bertelsmann gehörende Konzern will so seine Position als führender Anbieter in der deutschsprachigen Medienlandschaft festigen.

Sky Deutschland wird künftig Teil von RTL Deutschland. Zu Sky Deutschland gehören neben klassischen Fernsehsendern auch der Streamingdienst Wow.

Sky Deutschland zählt bislang zum US-Medienkonzern Comcast. Der Kaufpreis beträgt rund 150 Millionen Euro in bar, hinzu kommt eine variable Komponente, die an den Aktienkurs der RTL Group gekoppelt ist. Je nach Kursentwicklung könnten für RTL noch bis zu 377 Millionen Euro zusätzlich fällig werden. Mit der Übernahme vereint die börsennotierte RTL Group im deutschsprachigen Raum ein breites Portfolio aus frei empfangbaren TV-Sendern, Bezahlsendern und Streaming-Portalen – ergänzt um Zeitschriften und Audioangebote.

RTL und Sky kooperierten bereits häufiger bei Rechten

Die wichtigsten Sportrechte von Sky sind die Freitags- und Samstagsspiele der Fußball-Bundesliga sowie die gesamte 2. Bundesliga. Zu den wichtigen Rechten gehören außerdem die englische Premier League, die Formel 1 und Tennis.

RTL und Sky haben in den vergangenen Jahren häufiger Rechte ausgetauscht. So durfte RTL zuletzt sieben Rennen der Formel 1 im Free-TV zeigen. Für die laufende Saison der wichtigsten Motorsport-Serie gab es bisher keine Einigung zwischen den beiden Sendern. Nach dem Kauf wird mit einer zügigen Klärung gerechnet.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten insbesondere die Auswirkungen der Transaktion auf vier Märkte untersucht: das Angebot und den Erwerb von audiovisuellen Inhalten, den Großhandel mit Fernsehkanälen und audiovisuellen Dienstleistungen, den Einzelhandel mit audiovisuellen Dienstleistungen an Endkunden und das Angebot von Werbeflächen in audiovisuellen Inhalten. In keinem der Bereiche hatten sie Bedenken. Sie stellten unter anderem fest, dass die beiden Sender bisher sowohl im Sport- als auch Unterhaltungsbereich unterschiedliche Schwerpunkte haben und daher keine engen Wettbewerber beim Erwerb audiovisueller Inhalte sind.

Verwendete Quellen: RTL, dpa