Ärger um Restaurant-RegelTouristen unerwünscht? Mallorca-Restaurant reserviert Großteil der Tische für Einheimische

Aufregung in Porto Cristo: Ein Restaurant reserviert über die Hälfte der Tische für Einheimische. (Symbolbild)
Aufregung in Porto Cristo: Ein Restaurant reserviert über die Hälfte der Tische für Einheimische. (Symbolbild)
picture alliance / robertharding | Frank Fell

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Mallorca lebt vom Tourismus – doch ein Restaurant will da nicht mehr mitmachen. In dem beliebten Lokal bekommen Urlauber plötzlich nicht mehr so leicht einen Tisch. Der Grund: Die Besitzer wollen die Einheimischen schützen und führen deshalb eine knallharte Regel ein.

Bis zu 60 Prozent der Tische für Einheimische

Im Restaurant Flamingo im Küstenort Porto Cristo auf Mallorca gilt ab sofort eine ungewöhnliche Regel: Zwischen 50 und 60 Prozent der Tische sind künftig für Mallorquiner reserviert. Der Betreiber will damit verhindern, dass Touristen das Lokal komplett übernehmen. „Das Problem war, dass Touristen bereits drei oder vier Tage vorher anriefen, um einen Tisch zu reservieren“, sagt Inhaber Jaime Cuadrench Berlinger der Zeitung Diario de Mallorca.

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Vor allem im Sommer sei das Problem besonders groß gewesen – dann hätten Urlauber die wenigen Plätze komplett blockiert. Für die Einheimischen blieb dann nichts mehr übrig. „Die Menschen, die schon immer hier leben, hatten plötzlich keine Möglichkeit mehr, hier essen zu gehen”, meint der Betreiber.

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„Wir schulden den Menschen hier sehr viel”

Deshalb zieht das Restaurant jetzt die Reißleine. Die Entscheidung sei auch eine Frage der Loyalität gegenüber den Mallorquinern. „Wir schulden den Menschen hier der viel”, betont Jaime Cuadrench Berlinger. Die Einheimischen hätten das Lokal über Jahrzehnte unterstützt, auch in schweren Zeiten während der Pandemie. Seine Botschaft ist klar: „Wir müssen uns an die Umstände anpassen, um das zu bewahren, was wir haben.”

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Ein weiterer Grund: Für viele Bewohner der Insel wird ein Restaurantbesuch immer teurer. „Familien, die früher einmal pro Woche ins Restaurant gingen, kommen heute vielleicht nur noch ein- oder zweimal im Monat”, erklärt der Inhaber Diario de Mallorca. Und wenn sie sich diesen Besuch gönnen, sollen sie auch sicher einen Tisch bekommen. Auch der Tourismus bleibe wichtig, aber nicht um jeden Preis. (nha)

Verwendete Quellen: Diario de Mallorca