Keine Chance auf Bewährung Keli Lane sitzt wegen Babymord im Knast – Tochter kämpft für ihre Freilassung

Sie war erst neun Jahre alt, als ihre Mutter ins Gefängnis kam.
Keli Lane wird 2010 wegen Mordes verurteilt. Jetzt hat sich die Tochter der Australierin in einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt und spricht über das Schicksal ihrer Familie. Sie nennt sich selbst das „vergessene Opfer“ – und hat einen großen Wunsch: Ihre Mutter soll endlich frei kommen.
Tochter von Keli Lane bezeichnet sich als „vergessenes Opfer”
„Vor 16 Jahren kurz vor Weihnachten brachte meine Mutter mich morgens in die Schule und kam danach nicht mehr nach Hause”, berichtet die heute 25 Jahre alte Tochter, die anonym bleiben möchte, in einem Brief an den australischen Sender Nine. „Die letzten 16 Jahre bin ich aufgewachsen, ohne dass meine Mama ein Teil meines Alltags war.” Denn die sitzt im Gefängnis – ohne Hoffnung auf vorzeitige Entlassung. „Ich bin ein vergessenes Opfer”, sagt ihre Tochter heute.
Der Fall Keli Lane bewegt Australien seit Jahrzehnten. 2010 wurde die ehemalige Spitzensportlerin wegen des Mordes an ihrer neugeborenen Tochter Tegan zu 18 Jahren Haft verurteilt. Das Baby verschwand kurz nach seiner Geburt im September 1996. Lane bestreitet bis heute, das zwei Tage alte Mädchen getötet zu haben. Sie hat ihre Version der Ereignisse nie geändert: Sie erklärt, sie habe Tegan ihrem leiblichen Vater übergeben. Weder das Mädchen noch der Mann, den Lane als Andrew Norris oder Morris bezeichnete, konnten jemals gefunden werden. Umfangreiche Ermittlungen verliefen ohne Erfolg.

Solange Tegans Leiche nicht gefunden wird, kommt Keli Lane nicht frei
Obwohl Lane ihre Mindesthaftzeit bereits verbüßt hat, wurde ihr Antrag auf Bewährung 2024 abgelehnt. Grund sind die sogenannten „No Body, No Parole“-Gesetze im australischen Bundesstaat New South Wales. Demnach kann ein wegen Tötungsdelikten verurteilter Straftäter grundsätzlich erst auf Bewährung entlassen werden, wenn die Behörden überzeugt sind, dass er bei der Auffindung des Opfers umfassend kooperiert hat. Da Tegan bis heute verschwunden ist, bleibt Lane weiter in Haft.

Für Lanes Tochter, die nach Baby Tegan zur Welt kam, ist das unerträglich. „Meine Mutter ist kein Risiko für irgendjemanden. Sie wird geliebt und von ihren Freunden und ihrer Familie vermisst und ich liebe sie zutiefst”, schreibt die junge Frau in ihrem Brief an die Redaktion des Senders. „Meine Hoffnung ist einfach, dass meine Mutter nach Hause kommen kann.” Sie wolle noch Zeit mit Lane verbringen, um die verlorenen 16 Jahre wieder auszugleichen.
Auch Keli Lanes langjähriger Lebensgefährte Patrick Cogan unterstützt ihre Forderung. Im Interview mit der Sendung „A Current Affair” sagt er: „Egal ob Keli es war oder nicht, sie hat ihre Zeit abgesessen”, findet er. Doch Keli Lane sitzt vorerst weiter im Gefängnis solange die Leiche ihres Babys verschwunden bleibt.
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Keli Lane bestreitet den Mord an ihrem Baby bis heute
In einem Interview mit The Australian äußerte sich die angebliche Babykillerin auch selbst zu den Vorwürfen. Ein Reporter traf Lane während eines genehmigten Haftausgangs und fragte sie direkt: „Haben Sie ihre Tochter getötet?” Lane antwortete: „Nein, das habe ich nicht.” Als der Reporter fragt, warum sie den Behörden nicht sage, wo Tegan begraben sei, entgegnete sie: „Wenn ich könnte, würde ich helfen.” Aber sie sei unschuldig, darum könne sich nichts zu einer Leiche sagen.
Keli Lanes Tochter ist fest davon überzeugt, dass ihre Mutter die Wahrheit sagt und dass ihre Schwester Tegan bis heute irgendwo unerkannt lebt. Sie versucht jetzt, die Frau zu finden, damit das Urteil gegen ihre Mutter aufgehoben werden kann. Der Fall Tegan ist bis heute eines der rätselhaftesten Kriminalfälle Australiens.
Verwendete Quellen: Nine, The Australian


