Gegen Mittag telefonierte er noch mit der Angeklagten Gina H. Vater spricht im Prozess über den Tag von Fabians (†8) Verschwinden

Vor Gericht geht es um die letzten Tage vor Fabians Tod.
Die Angeklagte und Fabians Vater sollen damals seit mehreren Wochen getrennt gewesen sein. Doch wie es scheint, näherten sich die beiden wieder an. Erst lächelt und lacht die Angeklagte Gina H. noch, während Fabians Vater vor Gericht aussagt. Als dann Sprachnachrichten abgespielt werden, die sich die beiden am Tag vor Fabians Verschwinden geschickt haben, fängt sie an, energisch mit ihrem Verteidiger Andreas Ohm zu sprechen.
Fabians Vater erinnert sich nicht an Gespräche mit Gina H.
Am Prozesstag am 5. Mai sagt Fabians Vater weiter aus. Matthias R. lehnt mit seinem Oberkörper auf dem Tisch, spielt am Mikrofon herum, zappelt mit seinen Beinen. Am Tag von Fabians Verschwinden (dem 10. Oktober 2025) sei er bis 16 Uhr arbeiten gewesen. Um die Mittagszeit des 10. Oktobers soll er noch mit Gina H. telefoniert haben. Matthias R. erklärte aber, dass er sich an den Inhalt des Gesprächs nicht mehr erinnern könne.
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Gegen 16.53 Uhr habe Fabians Mutter versucht, ihn zu erreichen, um zu fragen, ob der Achtjährige bei ihm sei. Anfangs habe er sich keine Sorgen gemacht, als es später wurde, dann schon. Ab 19 Uhr habe sich die Situation ernst angefühlt. Wann er Gina H. informiert habe, wisse er nicht mehr genau. „Aber mitgeteilt hatte ich ihr das.“
Gina H. soll sich schon gegen 15 Uhr im Internet über Vermisstenmeldungen informiert haben. Zu dem Zeitpunkt hatte noch nicht einmal Fabians Mutter das Verschwinden des Kindes bemerkt.
Beziehung zwischen Matthias R. und der Angeklagten war kompliziert
Es geht in der Gerichtsverhandlung auch um seine Beziehungsprobleme. Gina H. war es offenbar nicht Recht, dass R. weiter Kontakt zu Fabians Mutter hatte, auch wenn es dabei nur um das gemeinsame Kind ging. Die Zeit, in der Fabian keinen Kontakt zu seinem Vater hatte, habe sie als entspannter empfunden.
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Es soll immer wieder Streit gegeben haben, weil Gina H. sich vernachlässigt fühlte und ihn kontrolliert habe. Sie habe ihm vorgeworfen, zu viel zu arbeiten. Sie selbst sei nicht berufstätig gewesen und habe aufgrund einer psychischen Erkrankungen Erwerbsunfähigkeitsrente bezogen.
Fabians Vater relativiert frühere Aussagen
Im Polizeiverhör im November sprach Fabians Papa noch davon, dass er seine damalige Freundin finanziell unterstützt habe. Auch in mehreren Sprachnachrichten, die vor Gericht vorgespielt werden, beklagt Matthias R. immer wieder, dass er arbeiten müsse, um Gina H.s Lebensstil und ihre fünf Pferde zu finanzieren. Vor Gericht relativiert er die Aussagen jetzt plötzlich. „Ich meine, das war anders“, erklärt er im Zeugenstand.
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Als Gina H. von ihm schwanger wird, habe sich das Paar für eine Abtreibung entschieden. „Ich war an dem Tag mit ihr beim Frauenarzt“, erinnert er sich. Das sei 2022 oder 2023 gewesen. Er habe kein weiteres Kind gewollt. „Ich finde das Land nicht mehr kinderfreundlich. Finanziell hätte es auch nicht gepasst.“ Eine größere Wohnung hätten sie sich damals wohl nicht leisten können.

Angeklagte und Vater hatten kurz vor Fabians Verschwinden noch Kontakt
Am 13. August 2025 hätten sich die beiden schließlich getrennt. „Irgendwann habe ich gesagt: Ich kann nicht mehr. Ich brauche Zeit für mich. Deswegen habe ich mich getrennt“, erklärt Matthias R. vor Gericht. Es sei ihm zu viel geworden. „Ich kam nicht an sie ran, sie hat sich stark verschlossen mir gegenüber.“
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Am 6. Oktober, kurz vor Fabians Verschwinden, sei er nochmal bei Gina H. in Reimershagen gewesen. Sie hätten über ihre Probleme gesprochen und dann Sex gehabt. Am 8. Oktober sei Matthias R. erneut zu Gina H. gefahren, weil sie mit ihm reden wollte. Um was es in diesem Gespräch gegangen sei, wisse er nicht mehr. Er könne sich nur an den Sex erinnern.

Fabian aus Güstrow wurde tot an einem Tümpel im Wald gefunden
Der acht Jahre alte Fabian verschwand am 10. Oktober 2025 plötzlich spurlos aus dem Haus seiner Mutter. Tagelang suchten Einsatzkräfte nach dem Grundschüler, bis sich Gina H., die Ex-Freundin seines Vaters bei der Polizei meldete. Sie will die Leiche des Jungen an einem abgelegenen Tümpel im Wald gefunden haben. Anfang November wird die Frau unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Sie schweigt bisher zu den Vorwürfen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen


