Neue DetailsBrennende Powerbank in Lufthansa-Flugzeug – der Brandgeruch zog bis ins Cockpit

Der Airbus A321-200 mit der der Registrierung D-AISB musste am Samstag (26. September) in Lyon notlanden.
Der Airbus A321-200 mit der der Registrierung D-AISB musste am Samstag (26. September) in Lyon notlanden (Archivbild).
picture alliance / foto2press | Oliver Baumgart

Feuer-Alarm im Lufthansa-Airbus!
Mitten auf Flug LH 1170 von Frankfurt nach Lissabon geht am Samstag die Powerbank eines Passagiers in Flammen auf. RTL.de hatte exklusiv berichtet. Der Crew bleiben nur Augenblicke, um eine Katastrophe abzuwenden. Jetzt gibt es neue Details zu dem Vorfall.

Powerbank gerät in Brand: Lufthansa-Flugbegleiter müssen sofort reagieren

Nur noch im Handgepäck und mit maximaler Kapazität von 100 bis 160 Wattstunden: Powerbanks können an Bord einer Airline schnell zur Gefahr werden.
Powerbanks können an Bord einer Airline schnell zur Gefahr werden (Symbolbild)
dpa

Samstagabend in Frankfurt. Um kurz vor 21 Uhr macht sich der Airbus 321-200 von Lufthansa auf den Weg nach Lissabon. Er ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt. 198 Passagiere, sechs Crewmitglieder. Der 27 Jahre alte Jet mit dem Kennzeichen D-AISB hebt sich in die Luft. Alles ist ganz normal. Von einem Augenblick auf den anderen ändert sich alles. Unruhe in einer Sitzreihe in Höhe der Tragflächen. Die Powerbank eines Passagiers fängt im Bereich seines Sitzes an zu brennen, Brandgeruch macht sich breit. Fluggäste rufen nach der Crew.

16.1.2025 Kabine Innenraum der Passagierkabine eines Airbus A320 der Lufthansa. Frankfurt am Main Fraport Hessen Deutschland *** 16 1 2025 Cabin Interior of the passenger cabin of a Lufthansa Airbus A320 Frankfurt am Main Fraport Hessen Germany
Die Kabine eines Airbus 320 von Lufthansa (Archivbild). Der Vorfall passierte auf dem größeren Flugzeugmodell A321.
IMAGO/Daniel Kubirski

Jetzt muss es schnell gehen. Ein unkontrolliertes Feuer in elf Kilometern Höhe könnte in einer Katastrophe enden. Die Flugbegleiter sind darauf gedrillt, in so einem Fall nach einem klaren Ablauf zu handeln. Einer informiert die Piloten, andere kümmern sich darum, die Lage an Bord so schnell wie möglich wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Powerbank muss sofort in einen speziellen Behälter, ein sogenanntes Lithium Safe Bag (auch LiPo Bag genannt). Lufthansa hat diese aus feuerfestem Material an Bord. Eine Sprecherin der Fluggesellschaft sagt zu RTL.de: „Die Kabinencrew sicherte das Gerät umgehend.”

Brandgeruch zieht bis ins Cockpit

Das Foto zeigt ein Cockpit in einem Flugsimulator von Lufthansa in München
Das Foto zeigt ein Cockpit in einem Flugsimulator von Lufthansa in München
Lufthansa Aviation Training

RTL weiß: Der Brandgeruch war zwischenzeitlich bis ins Cockpit gezogen. Die Piloten erklärten eine sogenannte Luftnotlage. Die Lufthansa-Sprecherin: „Aus Sicherheitsgründen entschied sich die Cockpitcrew für eine Ausweichlandung in Lyon. Das Flugzeug des Typs Airbus A321-200 landete dort kurz vor 22 Uhr sicher.”

Die Flughafenfeuerwehr kontrolliert den Airbus noch auf der Landebahn, dann gibt es Entwarnung. Die Lufthansa-Sprecherin: „Nach Freigabe durch die Feuerwehr konnten alle Passagiere das Flugzeug regulär über Treppen verlassen.”

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Strenge Regeln für Powerbanks in Flugzeugen

Immer wieder kommt es wegen Powerbanks zu gefährlichen Zwischenfällen in Flugzeugen weltweit. Deshalb gelten strenge Regeln. Die Lufthansa-Sprecherin: „Seit dem 15. Januar 2026 sind das Aufladen und die Nutzung von Powerbanks an Bord aller Airlines der Lufthansa Group verboten. Eine Ausnahme besteht für die Nutzung genehmigter medizinischer Geräte. Auch für den Transport von Powerbanks und E-Zigaretten gelten Einschränkungen: Sie dürfen aus Sicherheitsgründen nicht im Aufgabegepäck transportiert werden. Im Handgepäck sind maximal zwei Powerbanks pro Passagier erlaubt. Die Aufbewahrung in den Gepäckfächern über den Sitzen ist nicht gestattet. Powerbanks dürfen ausschließlich in der Sitztasche des Vordersitzes, am eigenen Körper oder im Handgepäck unter dem Sitz verstaut werden.”

Für Powerbanks mit einer Batterieleistung zwischen 100 Wh und maximal 160 Wh sei eine vorherige Genehmigung der Fluggesellschaft erforderlich. Die Regelungen der Lufthansa Group basieren auf aktuellen Empfehlungen der zuständigen Luftfahrtorganisationen EASA, FAA, IATA und ICAO.

Dass der Passagier von Flug LH 1170 seine Powerbank direkt bei sich am Sitz hatte, hat vermutlich Schlimmeres verhindert – ebenso wie die schnelle Reaktion der Flugbegleiter.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche