Piloten melden LuftnotlageFeuer in Lufthansa-Flieger! LH 1170 muss wegen brennender Powerbank landen

Feuer zwingt Piloten zur Landung!
Am Samstag (26. September) hebt der Lufthansa-Flug 1170 in Frankfurt am Main ab, um nach Lissabon zu fliegen. Doch dort kommt er nicht an. Kurz nach dem Start fängt eine Powerbank Feuer, die Piloten melden eine Luftnotlage und landen außerplanmäßig in Lyon.
Lufthansa-Flug 1170 musste in Lyon notlanden
Die LH 1170 verlässt Frankfurt am Samstagabend um 20.47 Uhr. Auf Flightradar24 ist zu sehen, wie das Flugzeug zunächst an Höhe gewinnt und seine endgültige Reiseflughöhe erreicht. Über der Schweiz verliert der Flieger dann aber zunehmend an Höhe – viel zu früh, denn eigentlich ist das Ziel Lissabon. Um 21.55 Uhr landen die Piloten die Maschine schließlich in Lyon.
Auf RTL-Nachfrage erklärt eine Lufthansa-Sprecherin exklusiv: „Am 26. September ist auf dem Lufthansa Flug LH1170 von Frankfurt nach Lissabon eine Powerbank eines Fluggasts im Bereich eines Sitzes in Brand geraten.”
Die Kabinencrew habe das Gerät umgehend in einem dafür vorgesehenen Lithium Safe Bag gesichert. „Aus Sicherheitsgründen entschied sich die Cockpitcrew für eine Ausweichlandung in Lyon und erklärte Luftnotlage, um eine priorisierte Landung zu erhalten.”
An Bord der Maschine haben sich laut Lufthansa 198 Passagiere sowie sechs Crewmitglieder befunden. Nach der Landung in Lyon seien alle in Hotels gebracht worden. „Die Passagiere wurden auf alternative Flugverbindungen für den 27. September umgebucht, um ihre Reise nach Lissabon fortzusetzen.”
Lufthansa bedauere „die Situation und die entstandene Unterbrechung der Reise unserer Fluggäste”, betont jedoch: „Die Sicherheit unserer Passagiere und Crews hat für Lufthansa jederzeit oberste Priorität.”
Lese-Tipp: Die Gefahr ist einfach zu groß! Bei diesen Airlines gilt ein Powerbank-Verbot
Wie reagieren Flugbegleiter, wenn es im Flugzeug brennt?
Powerbanks sind seit Jahren eine reale Gefahr in Flugzeugen. Die kleinen Helfer können überhitzen oder schon dadurch in Brand geraten, dass sie zwischen den Sitzen eingeklemmt werden. Auch unzureichend geprüfte Geräte, die aus dem Ausland importiert werden und keine Sicherheitsprüfung durchlaufen haben, bergen große Gefahren.
Als ehemalige Flugbegleiterin weiß ich, wie schnell Powerbanks Flugbesatzung und Passagiere in Not bringen können. Jedes Jahr werden Flugzeugbesatzungen daher auf den Umgang mit Feuer an Bord geschult. In sogenannten Mockups, also Flugzeug-Attrappen, muss jeder Flugbegleiter einmal im Jahr ein Feuer löschen.
Wird ein Brand im Flugzeug bemerkt, arbeiten Flugbegleiter unmittelbar einen festgelegten Ablauf ab. Immerhin zählt im Flugzeug wortwörtlich jede Sekunde, denn einfach landen und die Feuerwehr rufen, geht nicht. An Bord steht nur eine begrenzte Anzahl an Feuerlöschern zur Verfügung und ein Brand kann sich innerhalb weniger Minuten unkontrolliert ausbreiten.
Feuer im Flugzeug verhindern: An diese Regeln solltet ihr euch halten
Ebenso wichtig wie eine schnelle Brandbekämpfung ist daher auch die richtige Vorsorge – und da seid ihr als Passagiere gefragt. Wer mit Elektro-Geräten reist, sollte immer die folgenden Regeln beachten, um ein Feuer an Bord eines Flugzeugs zu verhindern:
Reist nur mit Elektrogeräten, die bestimmten Sicherheitsstandards entsprechen und beispielsweise über das GS- oder ein TÜV-Prüfzeichen verfügen. Vorsicht beim CE-Siegel: Dabei handelt es sich um eine gesetzliche Mindestvoraussetzung für den Verkauf in der EU. Es bestätigt keine unabhängige Qualitätsprüfung, sondern ist eine Herstellererklärung, die jedoch auch gefälscht sein kann.
Packt Elektrogeräte niemals in euer aufgegebenes Gepäck.
Habt eure Elektrogeräte immer in Reichweite eures Sitzplatzes und verstaut sie sicher – beispielsweise in eurer Sitztasche. Lufthansa und weitere Airlines verbieten es sogar ausdrücklich, Powerbanks im Handgepäckfach zu verstauen.
Sollte euch ein Elektrogerät zwischen die Sitze fallen, sagt den Flugbegleitern Bescheid. Insbesondere bei Sitzen, die elektrisch verstellt werden können, ist die Gefahr groß, dass das Gerät beschädigt wird und Feuer fängt. Flugbegleiter wissen, wie derartige Sitze stromlos gemacht und Elektrogeräte sicher geborgen werden können.
Übrigens: Brände zeigen sich nicht immer sofort durch Flammen oder starken Rauch. Oft ist es zunächst ein merkwürdiger Geruch, der sie ankündigt. Solltet ihr während eines Fluges einen Geruch wahrnehmen, den ihr nicht zuordnen könnt, zögert nicht, die Besatzung zu informieren. Wenn es um Feuer an Bord eines Flugzeuges geht, gilt der Spruch „Lieber einmal mehr, als einmal zu wenig Bescheid gesagt” mehr denn je.
Benutzung von Powerbanks verboten!
Bei Lufthansa ist die Benutzung von Powerbanks während des Fluges seit dem 15. Januar 2026 verboten. Bedeutet: Die Geräte dürfen weder dafür genutzt werden, um etwa ein Smartphone zu laden, noch dürfen die Geräte selbst aufgeladen werden.
Außerdem darf jeder Fluggast maximal zwei Powerbanks dabei haben. Und Geräte ab einer Kapazität von 100 Wh müssen vorab der Fluggesellschaft gemeldet werden.
Diese Regeln gelten laut ADAC übrigens auch bei Eurowings, Discover, Swiss, Austrian, Brussels Airlines und ITA.


