Simon Bohr (†34) in Völklingen erschossen Witwe von totem Polizisten will Ahmet G. (19) im Gerichtssaal in die Augen sehen

von Rico Heller, Emilio Nigrelli und Johanna Grewer

Es ist kein leichter Tag für sie.
Simon Bohrs Witwe ist ganz in Schwarz gekleidet, als sie den Gerichtssaal betritt. Es ist das erste Mal, dass sie dem jungen Mann gegenübersitzt, der ihren Ehemann erschossen haben soll. Der heute 19 Jahre alte Ahmet G. hält sich eine Aktenmappe vors Gesicht. Die Witwe sucht trotzdem immer wieder Blickkontakt zu ihm und atmet schwer.

Witwe des toten Polizisten kommen im Gerichtssaal die Tränen

Ahmet G. muss sich wegen Mordes, versuchten Mordes und schweren Raubs vor dem Landgericht Saarbrücken verantworten. Der 19-Jährige soll im August 2025 nach einem Überfall auf eine Tankstelle in Völklingen den Polizisten Simon Bohr erschossen haben – mit der Dienstwaffe, die er einem Kollegen seines Opfers vorher entrissen hatte. Der Angeklagte räumt die tödlichen Schüsse vor Gericht ein. Er habe Angst um sein eigenes Leben gehabt, erklärte sein Verteidiger Michael Rehberger. Sein Mandant sei von einer Festnahme ausgegangen. „Als dann ein zweiter Beamter auf ihn zielte, hatte er Angst, erschossen zu werden”, sagte Rehberger.

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Ahmet G. (19) soll einen Polizisten getötet haben
Ahmet G. (19) steht vor Gericht, weil er in Völklingen einen Polizisten erschossen haben soll.
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Während vor Gericht die Beschreibung des Tatablaufs vorgetragen wird, laufen der Witwe des Toten die Tränen herunter. Ihr toter Mann und die anderen Einsatzkräfte sollen Ahmet G. damals verfolgt haben. In Höhe eines Spielplatzes stellen die Beamten den Tatverdächtigen. Ein Kriminalanwärter soll ihn dann festgehalten haben, heißt es am ersten Verhandlungstag. Ihm nimmt Ahmet G. offenbar auch die Dienstwaffe ab.

Witwe des in Völklingen erschossenen Polizisten Simon B. (†34)
Die Witwe des erschossenen Polizisten Simon B. (†34) erscheint ganz in Schwarz gekleidet vor Gericht.
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Ahmet G. zielt genau auf den Kopf von Simon Bohr

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 19-Jährige dann mehrmals auf den Polizisten schießt. bohr habe noch versucht, sich wegzudrehen, aber der Angeklagte soll mit der Waffe so nah an ihm dran gewesen sein, dass er sie fast an den Kopf ansetzen konnte. Der 34-Jährige hatte keine Chance. Er stirbt durch die schweren Schussverletzungen. Ahmet G. kann daraufhin zuerst fliehen und wird schließlich am Marktplatz in Völklingen gestellt.

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Da der Angeklagte als Heranwachsender gilt, findet der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts statt. Beim ersten Prozesstag geht es viel um die psychischen Probleme des Angeklagten. Der 19-Jährige erklärt, dass er oft „schlechte Laune“ gehabt hätte und darum Medikamente nehmen sollte. „Uns war klar, er muss behandelt werden. Ein paar Tage später ist die Tat dann passiert“, sagt der Bruder des Angeklagten aus. Auch ihm kommen während der Zeugenaussage die Tränen, die er sich mit einem Taschentuch wegwischt.

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Angeklagter soll schon länger psychische Probleme gehabt haben

Auch sein Verteidiger erklärt, dass Ahmet G. schon in der Grundschule Schwierigkeiten hatte, Freunde zu finden. Das habe sich auch in der weiterführenden Schule fortgesetzt. Er sei oft mit anderen Kindern in Konflikte geraten und sei gemobbt worden. Auch im Gefängnis verbringt der Angeklagte die meiste Zeit allein, wie er vor Gericht erzählt.

Das Gericht hat zwölf Termine bis zum 14. April vorgesehen. (mit dpa)

Verwendete Quellen: Eigene RTl-Recherchen, dpa