Drama um gestrandeten BuckelwalTimmy-Rettung endet vor Gericht! Tauchfirma fordert 1,3 Millionen Euro

Der Wal wurde in einem gefluteten Lastschiff transportiert (Aufnahme aus einem Flugzeug). (zu dpa: «Toter Wal vor Anholt: Ist es der vermisste Ostsee-Buckelwal?») +++ dpa-Bildfunk +++
Die private Initiative hatte das geschwächte Tier Ende April in Richtung Nordsee transportiert.
picture alliance/dpa / Philip Dulian

Im Frühjahr versucht eine private Initiative rund um eine wohlhabende Unternehmerin, den gestrandeten Buckelwal vor Poel zu retten. Das Tier stirbt nach der Freilassung vor der Küste Dänemarks. Der technische Dienstleister kämpft vor Gericht um eine Millionensumme.

Nach dem Rettungsversuch des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals hat ein Tauchunternehmer die Unternehmerin Karin Walter-Mommert auf rund 1,3 Millionen Euro verklagt, berichteten die „Ostsee-Zeitung“ und das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) über die Klageschrift. Ein Gerichtssprecher des Landgerichts Schwerin bestätigte den Eingang der Klage.

Fred Babbel aus Zickhusen bei Wismar fordert demnach die Begleichung der Schlussrechnung in Millionenhöhe von Karin Walter-Mommert. Zuvor sollen sich Babbel und Walter-Mommert trotz mehrerer Schreiben zwischen ihren Anwälten nicht geeinigt haben. Babbel war während des Rettungsversuchs im April als technischer Dienstleister tätig. Als Generalunternehmer organisierte er unter anderem die Schlepper, um den Buckelwal in Richtung Nordsee zu transportieren. Die von ihm beauftragten Firmen sollen laut Medienberichten ebenfalls noch auf Geld warten.

Walter-Mommert verwies auf Anfrage auf die Stellungnahme ihrer Anwälte. Daraus geht hervor, dass sie derzeit keine Zahlungen leisten will. Sie erhebt Vorwürfe, weil aus ihrer Sicht Vorgaben des Bergungs- und Rettungskonzeptes nicht umgesetzt worden seien. Gleichzeitig fordert sie weitere Unterlagen vom Tauchunternehmer Babbel - unter anderem zum Ablauf der Wal-Freilassung. Einen Vergleichsvorschlag lehnte sie laut Medienberichten zuvor ab.

Die Unternehmerin Walter-Mommert und der Media-Markt-Mitgründer Walter Gunz waren im Frühjahr öffentlich als Geldgeber der privaten Initiative aufgetreten. Sie wollten den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal retten. Über eine Anwältin sollen die beiden Initiatoren Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium erklärt haben, sämtliche mit der Rettung verbundenen Kosten übernehmen zu wollen.

Mittlerweile gibt es offenbar auch zwischen den beiden Streit über die Kosten: Gunz ließ über seinen Anwalt mitteilen, die Kostenzusage an das Ministerium weder gekannt noch freigegeben zu haben. Die Forderung Babbels richtet sich allein gegen Walter-Mommert, weil sie nach dessen Darstellung das Angebot seines Unternehmens bestätigt habe.

Der Buckelwal hatte wochenlang in flachen Gewässern vor Poel gelegen, bevor eine private Initiative das bereits geschwächte Tier Ende April mit einem Lastkahn in Richtung Nordsee transportierte. Am 2. Mai wurde der Wal rund 70 Kilometer vor Skagen im Skagerrak freigelassen. Kritiker der aufwändigen Rettungsaktion hatten die Überlebenschancen des Buckelwals als zu gering eingeschätzt. Knapp zwei Wochen später wurde das Tier vor der dänischen Insel Anholt tot gefunden.

Verwendete Quellen: bho