Die wichtigsten Fragen und AntwortenDas solltet ihr über Organspende wissen!

Jeder von uns könnte in die Situation kommen!
Tausende Menschen in Deutschland brauchen ein lebensrettendes Spenderorgan. Sie warten oft jahrelang – viele vergeblich. Zum Tag der Organspende am 6. Juni beantworten wir wichtige Fragen.
Hier seid ihr gefragt!
Welche Organe können gespendet werden?
Das sind Niere, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Außerdem lassen sich Gewebe wie zum Beispiel Hornhaut oder Knochen verpflanzen. Es können aber auch einzelne Organe ausgeschlossen werden.
Wie viele Menschen warten auf ein Spenderorgan?
Bundesweit stehen nach aktuellen Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) derzeit knapp 8.200 Menschen auf der Warteliste für ein Organ. Bei jährlich hunderten Patienten verschlechtert sich der Gesundheitszustand so dramatisch, dass eine Transplantation nicht mehr möglich ist oder sie während der Wartezeit sterben, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ gefunden wurde.

Wo bekomme ich einen Organspendeausweis?
Organspendeausweise sind in vielen Apotheken, Arztpraxen, Krankenhäusern und auch bei Krankenkassen kostenlos erhältlich. Zudem können sie kostenlos per Post beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (früher Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA) oder der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) bestellt werden. Teilweise besteht auch die Möglichkeit, den Ausweis online auszufüllen, auszudrucken oder als PDF herunterzuladen.
Was ist das Organspende-Register?
Das Organspende-Register ist ein zentrales, digitales Verzeichnis. Hier könnt ihr eure persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende rechtlich verbindlich festhalten. Das Register wurde eingeführt, um im Ernstfall schnell Klarheit zu schaffen und Angehörige in einer Ausnahmesituation zu entlasten. Ein Eintrag lässt sich dabei jederzeit ändern oder auch wieder löschen.
Die Registrierung ist ab 16 Jahren möglich und kostenlos. Sie erfolgt online über das offizielle Organspende-Register. Für den sicheren Zugang benötigt ihr die Online-Ausweisfunktion (eID) des Personalausweises mit PIN und Ausweis-App oder die GesundheitsID der Krankenkassen-App.
Lese-Tipp: Frau spendet ihrem Englisch-Lehrer eine Niere – obwohl sie ihn gehasst hat!
Im Video: Kleiner Luka bekommt mit zwei Jahren eine Organspende – und hat jetzt eine Chance aufs Leben
Organspendezahlen 2025 auf höchstem Stand seit 2012
Wie viele Spender und Transplantationen gibt es?
Nach dem Tiefpunkt im Jahr 2017, als die Organspendezahlen auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren sanken, stiegen sie 2018 zunächst wieder und stabilisierten sich in den Folgejahren weitgehend. Im Jahr 2025 haben insgesamt 985 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet – 32 mehr als 2024. Damit erreichte die Organspende in Deutschland den höchsten Stand seit 2012.
Lese-Tipp: Kann man zu alt für eine Organspende sein? 96-Jährige beweist das Gegenteil
Laut DSO wurden in den 43 deutschen Transplantationszentren vergangenes Jahr insgesamt 3.256 Organe nach postmortaler Spende aus Deutschland und dem Eurotransplant-Verbund übertragen, 243 mehr als im Jahr 2024. Dadurch konnte 3.150 Patienten geholfen werden, dennoch warteten Ende 2025 weiterhin 8.199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan.
Wie ist der Trend?
Oft scheitern Organspenden nach wie vor an einer fehlenden Zustimmung. Dann müssen Angehörige entscheiden, ohne den Willen des Verstorbenen zu kennen. „Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, hat ihre persönliche Entscheidung jedoch nicht festgehalten“, erklärte Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. Vor diesem Hintergrund gilt die neu angestoßene Diskussion um die Widerspruchsregelung als ein wichtiges Signal.
Lese-Tipp: NFL-Spieler Ronyell Whitaker (†46) rettet nach seinem Tod vier Leben
Positive Haltung zum Thema Organspende wächst
Wie hoch oder niedrig ist die Spendebereitschaft?
Einer Umfrage der damaligen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (inzwischen umbenannt in Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit) aus dem Februar 2025 zufolge ist die positive Haltung zum Thema Organspende in Deutschland so weit verbreitet wie noch nie. Demnach stehen 85 Prozent der Befragten dem Thema grundsätzlich positiv gegenüber, acht Prozent negativ.
62 Prozent gaben an, eine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende getroffen zu haben. 45 Prozent der Befragten hätten ihre Entscheidung dokumentiert. 16 Prozent hätten eine Entscheidung getroffen, diese aber bisher nicht schriftlich festgehalten.
Lese-Tipp: Wunder in Leipzig! Spenderherz läuft zum zweiten Mal Marathon
Wo kann die Spendenbereitschaft dokumentiert werden?
Dies ist zum Beispiel mit einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung möglich. Seit März 2024 können zudem potenzielle Spenderinnen und Spender ihre Bereitschaft in einem zentralen Register für Organspenden hinterlegen. Zu finden ist das Portal unter www.organspende-register.de. Die Abgabe einer Erklärung für oder gegen eine Organspende ist auch über die Apps der Krankenkassen möglich.
Andere Länder haben Widerspruchslösung, Deutschland bislang nicht
Gibt es einen Entscheidungszwang?
Nein, die Entscheidung für oder gegen eine Organspende ist in Deutschland nach wie vor freiwillig. Voraussetzung für eine Organ- oder Gewebespende ist neben der Feststellung des Hirntods, dass ein Verstorbener zu Lebzeiten der Organspende zustimmte.
Lese-Tipp: Illegaler Organhandel – deutsche Mutter kauft Niere auf dem Schwarzmarkt
Vorstöße für eine Widerspruchslösung scheiterten bislang. Bei der Widerspruchslösung würden alle einwilligungsfähigen Erwachsenen als potenzielle Spender gelten – es sei denn, sie widersprechen zu Lebzeiten. Solche Regelungen gibt es bereits in einer Reihe anderer europäischer Länder, darunter Österreich und Spanien.
Existiert eine Altersbegrenzung für die Organspende?
Nein, die bisher älteste Organspenderin Deutschlands war nach Angaben der DSO 98 Jahre alt, und ihre Leber konnte erfolgreich transplantiert werden. Nur wenige Vorerkrankungen schließen eine Organspende grundsätzlich aus. Das sind akute bösartige Tumorerkrankungen oder nicht behandelbare Infektionen. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärztinnen und Ärzte nach Befund. (abl,uvo)
Verwendete Quellen: Deutsche Stiftung Organtransplantation, Organspende-Register, dpa, afp



