Burak A. raste Hanna (†19) nach Feuerwehrfest tot „Ich habe große Schuld auf mich geladen, aber ein Mörder bin ich nicht“
Es wird mucksmäuschenstill, als Burak A. den Gerichtssaal betritt.
Der 25-Jährige trägt einen dunkelgrünen Pullover und dreht sich nur kurz zu den Zuschauern. Dann kehrt er den Menschen im Saal den Rücken zu. Er muss sich nach einem schweren Unfall in Remscheid (Nordrhein-Westfalen) wegen Mordes vor Gericht verantworten.
Angeklagter Totraser von Remscheid hielt sich für „super Fahrer”
Der Angeklagte lässt seinen Anwalt eine Erklärung vorlesen. „Ich habe immer schon auf schnelle Autos gestanden. Ich bin oft viel zu schnell und risikoreich gefahren. Es ist nie etwas passiert“, heißt es darin. Er habe das Gefühl gehabt, ein „super Fahrer“ zu sein. „Mir ist heute klar, dass ich mich selbst belogen hatte“, lässt Burak A. im Saal vortragen.
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Der 25-Jährige soll am Abend des 30. Apri 2025 nach einem Feuerwehrfest alkoholisiert in seinen 640-PS-Mercedes gestiegen sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er mit riskanten Fahrmanövern angeben wollte. Er habe das Auto dazu mit hoher Beschleunigung und eingeschlagenen Rädern gestartet, um zu driften. Dabei sei der Wagen ausgebrochen, auf den Bürgersteig geraten und habe zwei junge Frauen erfasst, heißt es.
Freundinnen waren nach dem Feuerwehrfest auf dem Heimweg
Die beiden jungen Frauen sind Hanna (19) und Noelle (17). Die Freundinnen hatten sich gerade auf der „Tanz in den Mai“-Feier von Jule verabschiedet und waren auf dem Heimweg, wie die 21-Jährige im RTL-Interview erzählt. Hanna sei wie eine Schwester für sie gewesen, „meine beste Freundin und Seelenverwandte.“

„Mein letztes Bild von Hanna ist, dass wir uns umarmen und sagen: Bis gleich“, erinnert sich Jule an den Abend. Die beiden anderen hätten schon früher losgewollt. Als sie später die Straße entlang geht, sieht sie, dass ein Unfall passiert ist. Sie habe „das ganze Blaulicht gesehen.“
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Burak A. soll betrunken ins Auto gestiegen sein
Was sie da noch nicht weiß: Ihre Freundinnen wurden gerade von einem Auto erfasst und beide lebensgefährlich verletzt. Und für Hanna sieht es gar nicht gut aus. Sie stirbt vier Tage nach dem Unfall an ihren schweren Kopfverletzungen. Noelle kommt mit Knochenbrüchen und lebensgefährlichen innere Verletzungen ins Krankenhaus und überlebt.
In seiner Erklärung übernimmt der Angeklagte die Verantwortung für den Tod der 19-Jährigen. „Ich weiß nicht, wie ich das große Unrecht wiedergutmachen kann“, so Burak A. Er habe „leichtsinnig und rücksichtslos“ gehandelt. Eine Stunde nach dem Unfall seien bei Burak A. immer noch 1,46 Promille festgestellt worden, heißt es im Prozess.

War Hannas Tod ein Mord? Gericht in Wuppertal muss entscheiden
Dem 25-Jährigen droht im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ihm Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, ein verbotenes Autorennen mit Todesfolge und Straßenverkehrsgefährdung vor. Ihm werden auch noch fünf weitere illegale Rennen zwischen 2022 und 2024 vorgeworfen. Die Ermittler entdeckten Videos der Aktionen auf dem Handy des Angeklagten. „Ich habe große Schuld auf mich geladen, aber ein Mörder bin ich nicht“, beteuert Burak A. Das Wuppertaler Landgericht hat bis Mitte März zehn Verhandlungstage angesetzt. (mit dpa)
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, dpa



