Ermittler vermuten Rache als MotivFußballer (30) stirbt nach Mannschaftsfahrt – hat ihn ein Mitspieler vergiftet?

Nach der gemeinsamen Mannschaftsfahrt geht es einem Fußballer plötzlich immer schlechter – wenig später ist der 30-Jährige tot.
Im Juni 2025 reist der Spieler des TuS Rockenberg noch mit seinen Mannschaftskollegen nach Dresden. Zurück in Hessen verschlechtert sich sein Zustand dramatisch, auch die Reanimationsversuche können ihn nicht retten. Monate später nimmt der Fall eine erschreckende Wendung: Rechtsmediziner weisen eine Vergiftung nach – und ausgerechnet ein Mitspieler gerät unter Mordverdacht. Der 35-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Fußballer stirbt nach Mannschaftsfahrt nach Dresden
Mitte Juni 2025 nimmt der 30-Jährige aus Rockenberg im hessischen Wetteraukreis an einer Mannschaftsfahrt seines Fußballvereins nach Dresden teil. Mit dabei ist nach Angaben der Ermittler auch der heute 35-jährige Tatverdächtige.
Nach der Rückkehr geht es dem Fußballer plötzlich immer schlechter. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich schnell und massiv. Der Rettungsdienst versucht noch, den Mann zu reanimieren. Er wird in ein Krankenhaus gebracht, doch die Ärzte können sein Leben nicht retten. Zunächst ist unklar, warum der 30-Jährige so plötzlich gestorben ist.
Rechtsmediziner entdecken Vergiftung
Die Untersuchung am Institut für Rechtsmedizin in Gießen bringt schließlich eine entscheidende Erkenntnis: Der Fußballer starb nach Angaben der Ermittler an multiplem Organversagen infolge einer Vergiftung.
Damit nimmt der Fall eine völlig neue Wendung. Staatsanwaltschaft Gießen und Polizeipräsidium Mittelhessen ermitteln seit mehreren Monaten gegen den 35-jährigen Mannschaftskollegen. Ihm wird vorgeworfen, dem 30-Jährigen heimlich Gift verabreicht und ihn dadurch getötet zu haben. „Giftmorde sind sehr selten, deswegen handelt es sich hier um einen außergewöhnlichen Fall“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger der Hessenschau.
War persönliche Rache das Motiv?
In den vergangenen Monaten haben die Ermittler zahlreiche Zeugen befragt. Dabei nahmen sie sowohl die Umstände der Mannschaftsfahrt als auch das Verhältnis zwischen dem 30-Jährigen und seinem verdächtigen Mitspieler genauer unter die Lupe.
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen könnte persönliche Rache hinter der mutmaßlichen Tat stecken. Welche Vorgeschichte es zwischen den beiden Männern gegeben haben soll, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Gegen den 35-Jährigen wird wegen des Verdachts des heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen ermittelt.

Spezialkräfte durchsuchen Wohnung und Arbeitsplatz
Die Ermittler nahmen den 35-Jährigen vorläufig fest. Anschließend durchsuchten Spezialkräfte der Polizei gemeinsam mit dem zuständigen Staatsanwalt die Wohnung und den Arbeitsplatz des Mannes.
Dabei suchten die Ermittler nach digitalen Speichermedien wie Handys und Computern – aber auch gezielt nach möglichen Spuren des verwendeten Giftstoffs. Mehrere Beweismittel wurden sichergestellt und werden derzeit ausgewertet, teilten Staatsanwaltschaft Gießen und Polizeipräsidium Mittelhessen mit.
Mannschaftskollege sitzt in Untersuchungshaft
Noch am selben Tag wurde der bislang nicht vorbestrafte 35-Jährige einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an. Der Beschuldigte machte von seinem Schweigerecht Gebrauch und befindet sich inzwischen in einer hessischen Justizvollzugsanstalt.
Die Ermittlungen sind damit noch lange nicht abgeschlossen. Weitere Zeugen werden befragt, zudem werten die Behörden die sichergestellten Datenträger aus.
Eine der entscheidenden Fragen beantworten Staatsanwaltschaft und Polizei derzeit bewusst nicht: Welches Gift soll dem 30-Jährigen verabreicht worden sein? Auch zur konkreten mutmaßlichen Tathandlung und zu weiteren Hintergründen machen die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.
Damit soll offenbar Wissen geschützt werden, das für die weiteren Ermittlungen von Bedeutung sein könnte.
Verwendete Quellen: Hessenschau, Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Gießen und des Polizeipräsidiums Mittelhessen


