Ex tötet sie und versteckt Leiche im Komposthaufen „Lebst du noch?“ Katharina Kleinschmidt (†22) konnte diese Nachricht ihrer Schwester nicht mehr lesen

„Sie hat immer das Handy bei sich gehabt.“
Madeleine Kleinschmidt erinnert sich noch genau an den Abend, als sie das letzte Mal Kontakt mit ihrer kleinen Schwester Katharina hatte. Die junge Mutter bringt am 8. November 2017 noch ihre beiden Kinder ins Bett, dann meldet sie sich plötzlich nicht mehr. Madeleine denkt damals erst, ihre Schwester sei einfach mit eingeschlafen. Welcher Horror sich stattdessen in der Wohnung in Backnang (Baden-Württemberg) abspielt, ahnt sie da noch nicht.
Ex-Freund Daniel ist der Letzte, der Katharina lebend gesehen hat
Am nächsten Morgen versucht auch Katharinas Vater, seine Tochter zu erreichen, aber sie geht nicht ans Telefon. Auch ihre Schwester schreibt ihr nochmal: „Lebst du noch?“, tippt sie in ihr Handy. Doch die Nachricht bleibt ungelesen. Niemand hat etwas von der 22-Jährigen gehört und dann behauptet plötzlich ihr Ex-Freund Daniel, sie habe die Kinder bei ihm gelassen und sei einfach abgehauen.
Katharina Kleinschmidts Familie erinnert sich in der True-Crime-Doku „Ich liebe meinen Mörder“ auf RTL+ an die schlimmen Tage nach dem Verschwinden der 22-Jährigen zurück und daran, wie sie dann alle erfuhren, was passiert ist.

Den Kleinschmidts ist damals sofort klar, dass da etwas nicht stimmen kann. Die Familie ist sich einig, dass Katharina ihre Kinder niemals alleinlassen würde – schon gar nicht bei dem Mann, von dem sie sich gerade getrennt hatte und mit dem sie einen Sorgerechtsstreit um ihren elf Monate alten Sohn führte.
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Leiche liegt im Komposthaufen einer Kleingartenanlage
Tagelang suchen die Angehörigen und die Polizei nach der vermissten jungen Mutter – ohne Erfolg. Am 15. November 2017 macht ein Kleingärtner in seinem Komposthaufen eine grausige Entdeckung. Zwischen Ästen und Gartenabfällen sieht er plötzlich einen menschlichen Fuß und ruft sofort die Polizei.
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Die Leiche im Kompost ist stark verbrannt, kann aber anhand einer Tätowierung identifiziert werden. Darum gibt es schnell traurige Gewissheit: Die Tote ist die vermisste Katharina Kleinschmidt. Nach und nach rekonstruieren die Ermittler, was an dem verhängnisvollen Abend zwischen Katharina und ihrem Ex passiert sein muss.
Katharina Kleinschmidt aus Backnang wurde erwürgt
Am 8. November kommt der 24-Jährige unter einem Vorwand in die Wohnung der jungen Mutter. Sie ist gerade dabei, den gemeinsamen Sohn und ihr Kind aus einer früheren Beziehung ins Bett zu bringen. Zwei Tage später hätten Daniel und Katharina vor Gericht zum Sorgerechtsprozess erscheinen sollen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen.
Daniel wartet im Wohnzimmer auf seine Ex-Freundin, dann soll es zum Streit gekommen sein und er erwürgt die 22-Jährige. Damit die Kinder, die in ihren Betten liegen und schlafen, und auch sonst niemand etwas von der Tat mitbekommt, macht sich der 24-Jährige dann daran, die Spuren zu beseitigen. Die Leiche lagert er in einer Papiertonne im Keller zwischen. Außerdem räumt er den Teppich aus dem Wohnzimmer weg und bringt ihn in sein Büro. Damit nicht auffällt, dass etwas fehlt, rollt er stattdessen einen anderen ähnlichen Teppich in der Wohnung seiner Ex aus.
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Danach bringt Daniel Katharinas Leiche unbemerkt aus dem Keller in die Kleingartenanlage und versucht, sie in Brand zu stecken. Weil sie nicht richtig verbrennt, verscharrt er die Überreste dann in dem Komposthaufen in einer der Parzellen.
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Kinder müssen jetzt ohne Mama aufwachsen
2018 startet der Prozess gegen Daniel, er sitzt inzwischen eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes an seiner Ex-Freundin ab. Der Sohn des Paares muss nun ohne seine Eltern groß werden, bei Katharinas Schwester Madeleine. Er sei jetzt ihr „Kleiner“, sagt sie. „Ich werde alles tun, um meine Schwester so gut wie möglich zu vertreten.“ Katharinas älterer Sohn wächst bei seinem leiblichen Vater auf.
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Familie Kleinschmidt versucht trotz der schrecklichen Tat, nach vorn zu schauen und irgendwie weiterzuleben. Bis heute bleibt aber eine Sache für sie unbeantwortet. „Die größte Frage ist einfach: Warum nimmt man einer Mama von zwei Kindern das Leben?“, fragt sich Katharinas große Schwester.


