Mutter in Witten steht plötzlich vor „riesigen Existenzängsten”Ehemann sticht Hebamme Anni (38) und ihre Kinder nieder – Freundin sammelt MEGA-Spende ein

Mit einer Spendenkampagne sammeln Freunde der Familie Geld für Mutter Anni.
Mit einer Spendenkampagne sammeln Freunde der Familie Geld für Mutter Anni.
Goodcrowd/Tatjana Guca

Sie kämpft für hunderte Menschen – jetzt braucht Anni (38) selbst Hilfe!
Eigentlich freuen sich die Mutter und ihre beiden Kinder auf den gemeinsamen Urlaub, dann steht das Leben der Familie plötzlich Kopf. Der Vater zückt in Witten (NRW) ein Messer, tötet seinen Sohn (13) und verletzt Frau und Tochter (9) schwer. Nun sammelt eine Freundin Spenden, um die selbstständige Hebamme in der schwersten Zeit ihres Lebens zu unterstützen.

Mutter und Tochter von Vater lebensgefährlich verletzt

Lebensgefährlich verletzt landen Anni und ihr jüngstes Kind am Samstag (28. März) im Krankenhaus, für ihren Sohn kommt jede Hilfe zu spät. Getötet mit einem Messer – vom eigenen Vater. Um der Mutter in der „scheinbar hoffnungslosen Situation” beizustehen, eröffnen Freundinnen eine Spendenkampagne, sammeln dort bereits mehr als 100.000 Euro – die Anni vor allem eins schenken sollen: Zeit!

„Zeit, um körperlich zu heilen. Zeit, um das Unfassbare irgendwie zu begreifen. Zeit, um für ihre Tochter da zu sein. Zeit, um zu versuchen, dieses schreckliche Erlebte überhaupt irgendwann verarbeiten zu können”, heißt es in dem Aufruf auf der Seite Goodcrowd.

Lese-Tipp: Junge (13) stirbt bei Messer-Attacke in Witten – Mutter (38) und Tochter (9) kämpfen um ihr Leben

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Die 38-Jährige sei ein „lebensfroher, offener Mensch und mit Herz und Seele Hebamme”, kämpfe Tag und Nacht für „Frauen und Familien” und stütze sie in „besonderen, emotionalen und oft auch schweren Momenten” mit „Wärme, Kraft, Ruhe und einem offenen Herzen.” Der Beruf sei Annis Leidenschaft, doch das könnte nun zu Problemen führen.

Mutter hat nach Messerattacke „Existenzängste”

Denn die Mutter habe ihre Anstellung im Krankenhaus erst kürzlich aufgegeben, um Familien freiberuflich zu unterstützen. Doch nach der brutalen Attacke ist sie nun alleine für ihre Tochter verantwortlich, bekommt keine vom Arbeitgeber bezahlten Urlaubstage – und steht plötzlich vor „riesigen Existenzängsten!”

In dieser so schweren Zeit soll Anni mithilfe des Aufrufs entlastet werden. Mit Geld für die Beerdigung ihres Sohnes, um „sich von ihren körperlichen und auch seelischen Verletzungen” zu erholen und um ihrer Tochter alle Zeit zu ermöglichen, „die sie braucht, um das Unbegreifliche zu verarbeiten.”

Auch die Kampagne Frauenstreik Dortmund teilt den Aufruf, Anni sei erst kürzlich auf einer Demo gewesen.

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Motiv des Messerangriffs in Witten noch unklar

Der Vater der Familie soll Mutter und Tochter sowie den 13 Jahre alten Sohn am Samstag während eines Streits mit einem Messer schwer verletzt haben. Der Junge stirbt kurz danach, der 40-Jährige wird festgenommen. Wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfährt, wird auch er im Krankenhaus behandelt, bevor er in Polizeigewahrsam landet.

Lese-Tipp: Messerangriff in Witten – Mutter (38) und Tochter (9) außer Lebensgefahr

Vor dem Mehrfamilienhaus der Familie stehen Beamte der Polizei auf dem Gehweg und der Straße. +++ dpa-Bildfunk +++
Vor dem Mehrfamilienhaus der Familie stehen Beamte der Polizei auf dem Gehweg und der Straße.
picture alliance/dpa / Christoph Reichwein

Das Motiv ist weiter unklar. Zu den Hintergründen der Tat macht die Polizei derzeit keine weiteren Angaben. Der Verdächtige ist laut Polizei bislang nicht auffällig geworden. Eine Mordkommission ermittelt wegen des Verdachts des Totschlags und zweifachen versuchten Totschlags. Die Staatsanwaltschaft Bochum leitet die Ermittlungen.

Verwendete Quellen: GoodCrowd, dpa