Kanzler zu 100 Prozent hinter KommissionMerz will Rentenpaket komplett umsetzen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die vollständige Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission angekündigt. „Alle Elemente dieses Reformpakets müssen jetzt zügig umgesetzt werden”, sagte Merz nach der Übergabe des Berichts in Berlin. Man könne es sich nicht erlauben, einzelne Maßnahmen herauszunehmen oder abzulehnen.
Koalition einig über Umsetzung
Die Empfehlungen für eine Reform der Altersvorsorge sollen vollständig umgesetzt werden, diese Zusage machte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstagmorgen (23. Juni) in Berlin.
Die von der Rentenkommission einvernehmlich beschlossenen Maßnahmen „greifen ineinander und balancieren sich aus. Sie bilden ein Gesamtkonzept, das nur in seiner Gesamtheit funktioniert“, betonte der Kanzler. Auch in der Koalition gebe es Einigkeit darüber, das Paket vollständig umzusetzen. Es werde nun eine breite Debatte über die Vorschläge der Kommission geben und das sei auch gut so.
Lese-Tipp: Rentenalter rauf, Rente mit 63 weg: Kommission legt Paket vor
Auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) betonte, sie wolle „dieses Paket umsetzen“. Dazu müssten die eigenen Fraktionen mitgenommen werden, denn letztlich werde die Reform im Bundestag beschlossen. Sie sei aber „sehr zuversichtlich“, dass das letztlich gelinge.
Merz: Nur kleine Korrekturen am System
Merz würdigte die Vorschläge als „ausgewogenes Paket“. „Diese Empfehlungen sind vor allergrößter Bedeutung“, sagte der CDU-Vorsitzende. Sie könnten den Trend umkehren und dazu führen, dass das Rentenniveau steigt und die Beiträge sinken. Kürzungen von Rentenleistungen werde es nicht geben. Bisher seien nur kleine Korrekturen am Rentensystem vorgenommen worden, dies sei nun eine große Reform. „Es ist allerhöchste Zeit. Nichtstun ist keine Option“, so der Kanzler.
Lese-Tipp: „Sozial ungerecht” - Zoff um neue Renten-Pläne
Kommission macht 33 Vorschläge
Die Rentenkommission mit 13 Experten und Politikern war vor einem halben Jahr eingesetzt worden, um Vorschläge für eine große Rentenreform zu machen.
Zu den wichtigsten Empfehlungen der Kommission gehört:
Einführung einer „Kapitalrente”: Sie soll das Rentenniveau stabilisieren. Dafür würde der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hälftig gezahlte Rentenbeitrag um bis zu zwei Prozentpunkte erhöht. Dies käme zu einer ohnehin erwarteten Steigerung des Beitragssatzes von heute 18,6 Prozent des Bruttolohns hinzu. 2028 wird er Prognosen zufolge schon bei 19,9 Prozent liegen.
Wiedereinführung des „Nachhaltigkeitsfaktors”: Er soll nach Vorschlägen der Kommission ab 2031 wieder greifen und die jährliche Rentensteigerung dämpfen. Mittelfristig soll die Kapitalrente das ausgleichen. Für Menschen, die schon recht nah am Rentenalter sind, ist ein „Übergangsfaktor” vorgesehen, der das Rentenniveau nahe 48 Prozent hält.
Anhebung des gesetzlichen Rentenalters: Es soll über 67 Jahre hinaus in den nächsten Jahrzehnten in kleinen Schritten weiter steigen, gekoppelt an die Lebenserwartung.
Einschränkung der Frührente: Die vorgezogene Rente ohne Abschläge für Menschen mit mindestens 45 Berufsjahren soll entfallen. Auch mit Abschlägen soll man nicht vor 64 in den Ruhestand gehen können.
Ausweitung der Beitragszahler: In die gesetzliche Rente einbezogen werden sollen künftig Selbstständige sowie Politikerinnen und Politiker, aber nicht Beamte.
Quelle: dpa, afp


