Umbruch für Millionen MenschenRentenalter rauf, Rente mit 63 weg: Kommission legt Paket vor

Mit über 50 noch mit der Altersvorsorge anfangen? Das ist längst kein unmögliches Unterfangen, erfordert aber Ausdauer.
Für Millionen Deutsche wird es bei der Rente massive Veränderungen geben (Symbolbild)
picture alliance/dpa/dpa-tmn / Zacharie Scheurer

Das wird Millionen Menschen betreffen!
Die Rentenkommission will das deutsche Rentensystem stabilisieren und empfiehlt dafür deutliche Einschnitte. Besonders ein Punkt sorgt für Zündstoff – die Rente mit 63 soll fallen. Das geht aus Informationen von RTL, ntv und stern hervor.

Rentenkommission einigt sich auf Vorschlag: Höheres Rentenalter soll kommen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei der Konferenz «ZVEI eSummit» zur Anwendung von KI in der Elektro- und Digitalindustrie. +++ dpa-Bildfunk +++
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekommt den Bericht offiziell am Dienstag vorgelegt (Archivbild).
picture alliance/dpa / Michael Kappeler

Knapp ein halbes Jahr hat eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zur Rente getagt – nun liegen die Ergebnisse vor. Zwar sollen die beiden Vorsitzenden der Kommission, der ehemalige Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise und die Sozialrechtsprofessorin Constanze Janda, den fertigen Bericht erst am Dienstag an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) überreichen. Allerdings drangen zentrale Empfehlungen bereits im Vorfeld nach draußen – und die haben es in sich. Das haben RTL, stern und ntv erfahren. Zuvor hatte das ZDF berichtet.

So empfiehlt die Kommission, deren Mitglieder vor allem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler umfasst, aber auch drei Bundestagsabgeordnete von CDU, CSU und SPD, einen Anstieg des Renteneintrittsalters. Konkret soll dieses an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Der vorgeschlagene Mechanismus sieht vor: Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr an, würde dies ein um acht Monate nach hinten versetztes Renteneintrittsalter bedeuten. Derzeit liegt das Regelrentenalter bei 66 Jahren und vier Monaten und steigt noch schrittweise an, bis es 2031 dann 67 Jahre erreicht haben wird.

Abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren und damit Rente mit 63 stehen auf der Kippe

Die Kommission empfiehlt auch, die sogenannte „Rente mit 63“ abzuschaffen. Damit steht die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren auf der Kippe.

Diese Regelung, 2014 von der damaligen schwarz-roten Regierung eingeführt, ermöglicht allen, die 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben, einen früheren Renteneintritt ohne Abschläge. Vor 1953 Geborene konnten damit ohne Abschläge mit 63 Jahren in Rente gehen, ab 1964 Geborene können mit dieser Regelung mit 65 Jahren in Rente.

Untersuchungen zeigten immer wieder, dass die Sonderregelung nicht nur von Menschen in anstrengenden körperlichen Berufen – der Krankenpflegerin, der Bauarbeiterin, dem Kellner – genutzt wird, sondern auch maßgeblich von Menschen in Berufen mit eher geringerer psychischer und physischer Belastung. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab, dass eine Abschaffung der „Rente mit 63“ die öffentlichen Kassen um 9,5 Milliarden Euro pro Rentnerjahrgang entlasten würde. Auch würden dem Arbeitsmarkt zusätzlich rund 125.000 Vollzeitkräfte zur Verfügung stehen.

Wozu dienen die bevorzugten Quellen bei Google?

Ihr scrollt durch die Google-Suche und wollt direkt das sehen, was euch wirklich interessiert? Genau dafür hat Google jetzt eine neue Funktion am Start. Mit den sogenannten „Bevorzugten Quellen“ könnt ihr selbst festlegen, welche Inhalte euch häufiger angezeigt werden. Und genau hier kommt rtl.de ins Spiel. Wenn ihr uns als Favorit markiert, bekommt ihr künftig die wichtigsten Geschichten und Nachrichten für euer Leben, aktuelle News, exklusive VIP-Geschichten aus der Welt eurer Lieblingspromis und RTL-Stars sowie alles rund um Shows, Realitys und Serien noch schneller angezeigt.

So aktiviert ihr RTL.de als bevorzugte Quelle bei Google

Der Weg dahin ist wirklich simpel – ihr braucht nur ein Google-Konto.

    Direkt über den Link: Klickt auf diesen Aktivierungslink und wählt rtl.de als bevorzugte Quelle aus.

    Sucht alternativ ein Thema bei Google, tippt auf das Sternsymbol neben „Schlagzeilen“ und fügt RTL.de dort hinzu. Danach einfach die Suche neu laden.

Schon werden euch Inhalte eurer Lieblingsquelle häufiger angezeigt

Hier erfahrt ihr mehr über die bevorzugten Quellen bei Google

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Auch Beamtenpensionen sollen sich ändern

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas will mehr Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen. Beamte sollen nach den Vorschlägen der Kommission zwar nicht in die gesetzliche Rente wechseln. Dafür sollen Abgeordnete und Vorstände von Aktiengesellschaften einbezogen werden. Für Beamtinnen und Beamte plant die Kommission trotzdem weitreichende Änderungen. Pensionen sollen künftig nicht stärker steigen können als die gesetzliche Rente. Außerdem sollen sie sich nicht mehr am letzten Gehalt orientieren, sondern an einem Durchschnittswert. Bund und Länder sollen zudem Rücklagen für Pensionen bilden.

Extra-Beitrag soll in Aktien und Anleihen fließen

Auch eine Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rente gehört zu den Rentenkommission-Vorschlägen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen dafür einen zusätzlichen Beitrag zahlen. Nach stern-Informationen soll dieser über vier Jahre auf bis zu zwei Prozent steigen. Das Geld soll anschließend in Aktien und Anleihen investiert werden. Die Erträge sollen die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente aufstocken. Klar ist damit aber auch: Der Beitragssatz dürfte in den kommenden Jahren steigen. Aktuell liegt er seit Langem stabil bei 18,6 Prozent.

Nun muss die Regierung entscheiden, welche Punkte sie tatsächlich umsetzt. Einfach wird das nicht. Gerade in der SPD dürfte es Widerstand geben, vor allem gegen ein höheres Rentenalter und das Ende der Rente mit 63. Die Kommission selbst macht aber klar: Sie versteht ihre Vorschläge als Gesamtpaket und nicht als Baukasten, aus dem sich die Politik nur die angenehmen Teile herauspickt.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, stern/ rsa

Dieser Artikel erschien in ähnlicher Fassung zunächst bei stern.de (gehört zu RTL)